Faszination Kanada

Wie entstehen Nordlichter, wie entsteht die Aurora Borealis

Die Nordlichter, ein Phänomen des nördlichen Nachthimmels

Diese geisterhaften Lichterscheinungen sind einfach faszinierend, jeder sollte sie mindestens einmal im Leben in natura erlebt haben. Dazu muss man nicht unbedingt bis zum Nordpol reisen, wie viele Leute glauben. Warum die Nordlichter oder auch Polarlichter zuweilen sogar mal in gemäßigten Breiten zu sehen sein können, wird im Folgenden näher erläutert. Sehr gute Chancen auf die schönsten Erscheinungen der Aurora Borealis bestehen in den „Northwest Territories“ (deren Hauptstadt Yellowknife wird daher als Hauptstadt der Polarlichter bezeichnet) und im westlich angrenzenden Yukon (Alaska), auch dies wollen wir hier versuchen zu begründen.

Die Ursache der Polarlichter liegt in der Sonne

Sie ist alles andere als eine ruhige, warm leuchtende Scheibe. Die Sonnenoberfläche ist fast 6.000 Grad heiß und brodelt ständig vor Energie. Oftmals werden riesige Mengen der Sonnenatmosphäre explosionsartig in den interplanetaren Raum hinausgeschleudert. Dabei kann der sogenannte „schnelle Sonnenwind“, der im Wesentlichen aus Protonen und Elektronen besteht, Geschwindigkeiten von bis zu drei Millionen Stundenkilometern, das sind fast drei Promille der Lichtgeschwindigkeit, erreichen.

Dieser rasende Strom aus geladenen Teilchen kann auch auf die Erde einprasseln und fliegt dann noch weiter bis über den „letzten Planeten“ Pluto hinaus. Dadurch verursachte Störungen im Funkverkehr, in der Kommunikation mit Satelliten bis hin zu großflächigen Stromausfällen sind keine Seltenheit.

Die Aktivität der Sonne ist an den elfjährigen Sonnenfleckenzyklus gekoppelt, das heißt, dass sich die Aurora Borealis mitnichten an irgendwelche Jahreszeiten auf der Erde hält. Dennoch sind die Polarlichter als schemenhafte Lichterscheinungen natürlich nur dann gut zu sehen, wenn der Himmel möglichst dunkel ist und das ist auf der Nordhalbkugel die Zeit zwischen Oktober und Februar. Auf der Südhalbkugel, insbesondere am Rand der Antarktis oder im Bereich der Südspitze Südamerikas, sind die Polarlichter ebenfalls zu sehen, allerdings werden die Erscheinungen dort nicht als Nordlichter, sondern eher als „Südlichter“ bezeichnet. Gut zu sehen sind diese entsprechend während des Südwinters in der Zeit von April bis August.

Der Schutzschirm der Erde

Das Magnetfeld unseres Planeten ist zugleich unsere Lebensversicherung. Die uns umgebenden magnetischen Feldlinien, insbesondere schon weit draußen in der sogenannten Magnetopause, zwingen die eintreffenden geladenen Teilchen auf eine spiralförmige Bahn, die entlang der magnetischen Feldlinien geführt wird. Auf diese Weise wird der Sonnenwind in Richtung zu den erdmagnetischen Polen abgeleitet.

Entstehung der Nordlichter beziehungsweise der Aurora Borealis

Irgendwann treffen die Teilchenströme dann auf die obersten Schichten der Atmosphäre, wo sie mit ihrer enormen Energie die Gasatome zum Leuchten anregen. Im Prinzip werden dabei die Elektronen der Gasatome auf ein höheres Energieniveau „gestoßen“. Wenn sie von dort aus wieder in ihr Ausgangsniveau zurückkehren, senden sie elektromagnetische Wellen, unter anderem im sichtbaren Frequenzbereich, aus. Daher darf man die Entstehung der Polarlichter im Groben durchaus mit der Physik der Neonröhre vergleichen.

Sind die Polarlichter gefährlich?

Ja und nein. Zwar wird der geladene Teilchenstrom der Sonne ständig in die Polargebiete (Nord und Süd) fokussiert, aber es ist ja gerade die Aurora Borealis, die deren große (kinetische) Energiemengen aufnimmt und die Teilchen dadurch massiv abbremst. Das Leben auf der Erde, und dazu gehören auch wir Menschen, hat sich unter den herrschenden Bedingungen entwickelt und daran in Millionen von Jahren angepasst. Dennoch bleibt ein kleines Restrisiko für diejenigen, die den Polarlichtern ständig ausgesetzt sind. Für sie besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass einzelne energiereiche Teilchen bis zum Boden durchdringen und Veränderungen am Zellkern bewirken könnten, das heißt, eine Zellentartung bis hin zur Krebsentstehung auslösen können.

Warum ist die Aurora Borealis gerade in Nord-Kanada so schön?

Der magnetische Nordpol stimmt nicht genau mit dem geografischen Nordpol, also dem Durchstoßpunkt der Drehachse durch den Globus, überein. (Dies gilt ebenso für den magnetischen Südpol). Mehr noch, die magnetischen Pole sind ständig am Wandern. Zurzeit bewegt sich der nördliche Magnetpol circa 40 Kilometer pro Jahr in westliche Richtung. Um 1900 befand er sich noch im nördlichen Baffinland. Diese Westdrift des magnetischen Nordpols hat etwas damit zu tun, dass die Polarlichter im nördlichen Kanada meistens besser ausgeprägt sind als beispielsweise in Finnland.

Experteninfos: Was hat es mit der Feldumkehr auf sich?

In der Tat spielen sich im Erdinneren großartige dynamische Vorgänge ab, die dazu führen, dass der „Elektromagnet“ Erde im Durchschnitt ungefähr nach einer Million Jahren eine Polumkehr vollführt. In diesem Kontext ist auch die Wanderung der magnetischen Pole zu sehen. Wenn der magnetische Nordpol zum magnetischen Südpol wird und umgekehrt, dann geschieht dies nicht von heute auf morgen. Dies ist vielmehr ein Prozess, der mehr als 10.000 Jahre dauern kann, ein geologisch sehr kurzer Zeitraum übrigens. In einer solchen unruhigen Phase verliert unser Magnetfeld den Charakter eines Dipolfeldes und zerteilt sich in einen Quadrupol, Oktupol und noch weiter. Insofern besteht auch dann noch immer ein schützendes Magnetfeld, wenngleich in abgeschwächter Form. Nach dieser Phase stabilisiert sich wieder das umgepolte (stärkere) Dipolfeld.

 

Videoaufnahmen – Time Lapse der Aurora Borealis, den Polarlichtern

Vorhersage für Nordlichter / Polarlichter

Es gibt zahlreiche Apps uns Internetseiten, die über die eine Vorhersage über die mögliche Sichtbarkeit der Polarlichter anbieten. Diese sind aufgrund der Beobachtung der Sonne und des Wissens über Eruptionen auf der Sonne recht verlässlich. Jedoch gibt es zahlreiche Faktoren, die für und gegen die Sichtbarkeit der Nordlicher / Aurora sprechen. Daher kann es auch sein, dass man bei schlechter Vorhersage die Nordlichter sehen kann bzw. bei sehr guter Vorhersage, weniger Glück hat.

Links zu Vorhersage von Nordlichtern / Aurora Borealis:

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