Faszination Kanada

Zum Kreischen: der neufundländische Lieblingsdrink

(c) fb-page Screech Rum

 

Es war einmal ein florierender Handel zwischen Neufundland und Jamaika: Die Insel im Nordatlantik produzierte gesalzenen Fisch (der auf diese Weise haltbar wurde – und Karriere als jamaikanisches Nationalgericht machte) und ihr karibisches Pendant feinsten hochprozentigen Rum, der es wiederum zum traditionellen Getränk der „Newfs“ brachte. Und weil die Fischer im Nordatlantik hart im Nehmen waren (und so ein alkoholisches Getränk bei rauher See auch schön warm hält), dachten sie nicht daran, ihr Lieblingsgetränk zu verdünnen, sondern tranken ihn so wie er war.

Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein hatte der Rum keinen Namen. Das sollte sich jedoch ändern, als während des Zweiten Weltkriegs Amerikaner in Neufundland stationiert wurden.

Der Legende zufolge wurde ein Offizier von einem Newf zu einem After-Dinner-Drink eingeladen. Dem Beispiel des Gastgebers folgend, kippte der Amerikaner den Rum sorglos auf ex. Als er wieder Luft bekam, soll er einen so markerschütternden Schrei ausgestoßen haben, dass die Nachbarn alarmiert herbeigelaufen kamen und fragten, was um Himmels Willen denn dieses Kreischen verursacht habe. „“The screech?”, soll der Gastgeber geantwortet haben, „‘Tis the rum, me son.” (Das Kreischen? Das ist der Rum, mein Sohn).

Seitdem heißt der neufundländische Rum „Screech“ – und hat mittlerweile auch Fans außerhalb Kanadas. Ein Glück, dass Jedermann offizieller „Newfoundland Screecher“ werden darf: Die ziemlich lustige Anleitung, wie diese Zeremonie abzulaufen hat, finden Sie hier: www.screechrum.com/screechin

Um an eine Flasche des legendären Rums zu kommen, bleibt allerdings nur eines: Nach Neufundland reisen. Einen kleinen Vorgeschmack bietet der mit Screech aromatisierte Kaffee von Jumping Bean, der online auch von Deutschland aus bestellt werden kann.

Zum Kreischen: der neufundländische Lieblingsdrink
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Julia Schoon

Als Reporterin ist Julia Schoon in ihrem Element: Lieblingsthemen der freien Journalistin sind Berlin, Menschen und Reisen. Im Sommer 2010 verbrachte sie zwei Monate in Kanada, sechs Wochen davon lebte sie in Calgary. Auf ihren Recherchen lernte sie in den Drumheller Badlands, dass Bio-Repellent Moskitos kein bisschen abschreckt, in Vancouver, dass „gay the new black“ ist, und auf der Calgary Stampede, dass man so ziemlich alles frittieren kann.

http://www.julia-schoon.de

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