Faszination Kanada

Sehenswürdigkeiten, die man in Whitehorse nicht versäumen darf

Willkommen in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon. Foto apr

Willkommen in einer Stadt und einer Landschaft, die größer ist als das Leben

Die Hauptstadt des Yukon hat viele Attraktionen zu bieten, die man unbedingt gesehen haben muss, wenn man in The True North, den wahren Norden kommt. Überhaupt der Yukon, schon sein Motto „Larger Than Life“ macht seine Dimensionen begreiflich. Auf einer Fläche 1,35 mal so groß wie Deutschland verlieren sich ungefähr 38.000 Einwohner, rund 28.000 davon leben in seiner Hauptstadt, Whitehorse. Leider sind heute die meisten der „Weißen Mähnen“, die Yukon River Stromschnellen verschwunden, die einst der Stadt ihren Namen gaben, aber noch immer begeistert der durch die Stadt fließende Strom zu jeder Jahreszeit die Menschen. Aber es gibt noch mehr zu entdecken in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon. Kommt mit uns auf Entdeckungsreise.

Wooden Fish Ladder

Jahrtausende sind sie den Fluss hinauf gezogen, ohne große menschliche Barrieren im Weg zu haben. Die Rede ist von den Chinook-Lachsen, die jedes Jahr über 3000 Kilometer den Yukon River hinaufschwimmen und am Ort ihrer Geburt ablaichen, sterben und mit ihren Überresten dem Nachwuchs erstes Lebenselexier zu sein. Dann kam der Mensch, insbesondere nach dem Bau des Alaska Highway in immer größeren Mengen und mit dem Bedürfnis und der Notwendigkeit, elektrischen Strom zu erzeugen und nutzen zu können.

Die Wooden Fish Ladder, die hölzerne Aufstiegshilfe, die es den Lachsen ermöglicht, um den Staudamm des Schwatka-Lake herum zum den Laichgründen im Yukon zu gelangen. Foto Yukon Energy Corporation
Die Wooden Fish Ladder, die hölzerne Aufstiegshilfe, die es den Lachsen ermöglicht, um den Staudamm des Schwatka-Lake herum zum den Laichgründen im Yukon zu gelangen. Foto Yukon Energy Corporation

Es war in den 1950er Jahren, Whitehorse löste Dawson als Hauptstadt des Yukon ab und ein Kraftwerk zur Erzeugung elektrischer Energie wurde geplant. Der Yukon River wurde mit einem Damm gestaut, der Schwatka-Lake entstand. Mit dem Steigen des Wasserspiegels verschwanden die berühmten, aber auch berüchtigten Stromschnellen für immer. Positiv für die damalige Zeit, es wurde sofort erkannt, dass der Damm den Zug der Chinooks, der Königslachse zu den Laichgründen abschneidet, den Fortbestand des typischen und für die First Nation existenziellen Fisches gefährdet. Um dies zu verhindern, entstand die Wooden Fish Ladder, eine Aufstiegshilfe, die die Lachse über Stufen vom Yukon River in den Schwatka-Lake führt. Mitten in dieser Fischleiter ist ein Wassertank eingebaut, in dem die Fische sowohl von Fachleuten als auch von Besuchern beobachtet werden können. Für die Fachleute sind Anzahl, Geschlecht und Zustand nach der langen Reise wichtig. Besucher können die wandernden Lachse über Fenster in der Fischleiter und Unterwasserkameras beobachten.

Seit 1984 hat der Wassertank eine weitere Funktion, werden doch für die seit dieser Zeit eingerichtete Fischzuchtanstalt 60 weibliche und 120 männliche Lachse entnommen, Eier und Roggen durch Menschenhand entnommen und vermischt und so tausende Lachse angezüchtet. Diese werden im folgenden Jahr ins das Fließgewässer ausgesetzt, einige von ihnen werden mit Marken gekennzeichnet, damit sie bei ihrer Rückkehr wieder entdeckt werden können. Vor einigen Jahren wurde die Fischzuchtanstalt erweitert, um Besatzfische für die Seen des südlichen Yukon zu züchten, so zum Beispiel Seesaibling, Kokanee-Lachs, See-, Regenbogen- und Stierforelle.

Miles Canyon / Miles Canyon Suspension Bridge

Eine wunderschöne Landschaft offenbart sich am ursprünglich Grand Canyon genannte Miles Canyon (benannt nach General Nelson Miles) oberhalb des künstlich aufgestauten Schwatka-Lake. Hier lässt sich erahnen, wie die wilden Stromschnellen des Yukon River früher durch die Engstellen gerauscht sind, ihre berühmten weißen Mähnen bildend. Wenn die Schmelzwasser durch die Engstellen gedrückt werden, kann man einigermaßen erahnen, welche Herausforderungen die Stromschnellen an die Goldsucher stellten, die auf dem Weg zum Klondike hier durchkamen.

Aus der Sicht eines Adlers: der Miles Canyon, schön zu sehen sind die aus frühzeitlich-vulkanischen Aktivitäten entstandenen Basalte. Foto TobiasBarth

Aus der Sicht eines Adlers: der Miles Canyon, schön zu sehen sind die aus frühzeitlich-vulkanischen Aktivitäten entstandenen Basalte. Foto TobiasBarth

Aber der Miles Canyon mit seinen Basalten ist auch ein Schaufenster in die Urzeiten des heutigen Yukon, als noch aktive Vulkane flüssige Lava, Basalte und geschmolzenes Glas ausspien. Am besten zeigen sich die Felsformationen bei Niedrigwasser im Frühjahr. Überhaupt zeigen sich im gesamten Yukon noch Zeugen der vulkanischen Aktivitäten im frühen Erdzeitalter, nämlich die erloschenen Vulkane wie der bei Whitehorse gelegene Vulkankomplex Alligator Lake, oder der Vulkankomplex Bennett Lake, der im Grenzgebiet zur Provinz British Columbia liegt. Weitere Vulkane sind unter anderem der Mount Harper, Ibex Mountain, der Mount Skukum Vulkankomplex und der Ne Ch’e Ddhawa.

Blick auf den Miles Canyon mit der Robert Lowe Hängebrücke. Foto apr
Blick auf den Miles Canyon mit der Robert Lowe Hängebrücke. Foto apr

Der Miles Canyon lädt zum Verweilen ein, dem Rauschen des Yukon lauschen, aber auch zu einem Spaziergang dem jungen, aber schon mächtigen Yukon River entlang. Über den Fluss gelangt man an dieser Stelle über die Miles Canyon Suspension Bridge. Die Robert Lowe Brücke, wie sie eigentlich heißt, ist eine 1922 erbaute Hängebrücke, die nach dem Transportunternehmer und langjährigen Lokal- und Territorialpolitiker, der 1899 in den Yukon kam, benannt ist.

Yukon Beringia Interpretive Centre

Das Yukon Beringia Interpretive Centre in Whitehorse. Foto Tobias Barth
Das Yukon Beringia Interpretive Centre in Whitehorse. Foto Tobias Barth

Das beim Flughafen der Stadt Whitehorse angesiedelte Yukon Beringia Interpretive Centre wurde im Jahr 1997 als Forschungs- und Ausstellungsstätte eröffnet. Schwerpunkt der spannenden Ausstellung und seiner Ausstellungsstücke ist Beringia, die Landbrücke und das Landgebiet zwischen Ostsibirien und dem Yukon. In den vergangenen 70 Millionen Jahren war die Landbrücke, die heute ungefähr 125 Meter unter Wasser liegt, eine Brücke zwischen Asien und Amerika.
Das Forschungsgebiet Beringia, in dem die ältesten Artefakte der Besiedlung von Nordostasien bis Nordamerika gefunden wurde, reicht von Kolyma in Nordrussland bis an den Mackenzie in Kanada.
Die wichtigsten Gebiete der Erforschung der Besiedlung und der Tierwelt der Zeit vor 40.000 bis 15.000 Jahren liegen am Klondike und im Gebiet der First Nation der Vuntut Gwitchin bei Old Crow. Hier wurden Knochen von Wollhaarmammuten, Mastodonten, Säbelzahntiger, Riesenbiber, Riesenfaultier, Kamelen und Nasenbären gefunden.
Im Yukon Beringia Interpretive Centre öffnet sich ein Fenster in die Vergangenheit des Yukon, in Dioramen werden längst ausgestorbene Tiere der Eiszeit ebenso gezeigt wie komplette Skelette der berühmtesten Tiere Beringias und das eiszeitliche Erbe der Region bewahrt.

Yukon Wildlife Preserve

Die Yukon-Landschaften und das Tierleben auf knapp drei Quadratkilometer Fläche. So könnte man das von Danny Nowlan gegründete Habitat kurz, aber präzise beschreiben. Es war in den 1960er Jahren, als der im Jahr 2011 im Alter von 82 Jahren verstorbene Nolan als Feuerwächter über das Gebiet des heutigen Yukon Wildlife Preserve flog und es sofort in sein Herz schloss. Denn das große Gebiet umfasste bergiges, felsiges Gelände ebenso wie ein sumpfiges Wiesen- und Wassergebiet, geradezu geschaffen für Elche und Wasservögel. Danny Nowlan begann rasch, das Wildlife Preserve mit Leben zu füllen, denn er wollte Besuchern des Yukon, aber auch den Einheimischen, insbesondere der Jugend die Natur und die Tierwelt des Yukon näherbringen. Hirsche und Bisons waren die ersten Gäste in dem weitläufigen Gelände, alle Tiere des Yukon mit Ausnahme der Bären, die nicht in Gefangenschaft gehalten werden dürfen, kamen dazu. Insbesondere bei den Bisons leistete Danny Nowlan Pionierarbeit, denn die zuvor in dem Gebiet ausgestorbenen Bisons wurden durch ihn wieder an- und ausgesiedelt. Diese Bisons fühlen sich mittlerweile im Yukon richtig wohl, denn die Herden vermehren sich sehr gut.

Viele Wildtiere des Yukon werden im Wildlife Preserve vorgestellt, wie diese neugierige Elchkuh, die ihre Besucher genau inspiziert. Foto apr
Viele Wildtiere des Yukon werden im Wildlife Preserve vorgestellt, wie diese neugierige Elchkuh, die ihre Besucher genau inspiziert. Foto apr


Um den Betrieb des Yukon Wildlife Preserve zu sichern, wurden auch nichtheimische Hirsche, der Elk, ausgewildert, sie dienten der Trophäenjagd, die Geld in die Kasse brachte.
Aber das Yukon Wildlife Preserve dient nicht nur dem Erhalt und der Präsentation der Tierwelt des Yukon. In dem stetig wachsenden Gelände, das sich mittlerweile in Staatsbesitz befindet, werden verletzte und verwaiste Tiere gepflegt und aufgezogen und auf die Wiederauswilderung in die Weiten des Territoriums vorbereitet. Für uns ist ein Besuch des Yukon Wildlife Preserve ein absolutes Muss.

Takhini Hot Springs

Ungefähr 28 Kilometer vom Stadtzentrum von Whitehorse entfernt befinden sich die Takhini Hot Springs, eine natürliche heiße Quelle, die schon seit Urzeiten von den First Nation als Heilquelle genutzt wurde. Auch die ersten Siedler in der Gegend nutzten das heiße Wasser aufgrund des therapeutischen Wertes seiner Mineralisierung. In den 1940er Jahren beim Bau des Alaska Highway und seiner Zuwege bauten Soldaten der US-Army aus Holz und Leinwand einen ersten Pool in der Nähe der Quelle. Heute fließt das Wasser durch zwei Pools, die erst kürzlich renoviert wurden. Die neuen Pächter haben die Location mit den Pools und einem Campingplatz in „Takhini Hot Pools“ umbenannt.

Blick auf die Takhini Hot Springs mit den beiden Pools. Foto Takhini Hot Pools


Die Quelle wird aus Wasser, das nach der Schneeschmelze und nach Regen tief in den Boden eindringt, sich mineralisiert und auf ungefähr 95 Grad Celsius erwärmt. Dieser Prozess dauert ungefähr 60 Jahre, dann erreicht das Wasser mit einer Schüttung von 385 Litern pro Minute wieder die Oberfläche. Auf dem Weg nach oben auf 47 Grad abgekühlt fließt es in die Pools und hat dort 42 beziehungsweise 36 Grad Celsius, angenehm für einen Aufenthalt im Winter. Was für ein tolles Gefühl, den Sternenhimmel, vielleicht sogar mit den mystischen Nordlichtern über sich im heißen Wasser, ein Traum nach einem spannenden Tag in der freien Natur des Yukon. Mineralisiert ist das Wasser mit Kalzium, Magnesium, Natrium, Kalium, Silizium, Chlorid, Fluorid, Eisen, Sulfat, schön für die Besucher, das Wasser der Takhini Hot Springs riecht nicht wie in anderen Heißen Quellen nach Schwefel.

Eine Riesenspaß ist der jedes Haar stattfindende International Hair Freeze Contest.
Foto Takhini Hot Pools

Ein Ereignis mit viel Spaß und Freude hat sich seit dem Jahr 2011 in den Hot Springs bei Whitehorse eingebürgert, der International Hair Freezing Contest, der üblicherweise während des Sourdough Rendezvous im Februar stattfindet. Gesucht werden bei diesem Wettbewerb die schönsten und verrücktesten gefrorenen Frisuren. Es lohnt sich also, lange Haare zu haben. Wenn es ungefähr minus 20 Grad kalt geworden ist, geht man in die Takhini Hot Springs. Man taucht den Kopf tief in das warme Wasser, dampfend kommt dann der Kopf aus dem Wasser, das in den Haaren, die nun geformt werden, gefriert. Dann ein tolles Foto machen, als Selfie, alleine oder in der Gruppe. Oder man lässt die Mitarbeiter ein Foto machen. Veröffentlichen und hoffen. Die besten Einzelfrisuren bei Männern und Frauen, das schönste Gruppenbild sowie das kreativste Foto werden je mit 750 kanadischen Dollar und einer Eintrittskarte für 30 Besuche der Hot Springs belohnt. Na, wenn das kein Grund ist, einmal im Winter nach Whitehorse zu kommen.

Old Log Church

Ein besonderes Museum und eines der ältesten Gebäude in Whitehorse, die Old Log Church. Foto Diözese Yukon/Whitehorse

Als der erste anglikanische Bischof des Yukon, William Bompas in die prosperierende Stadt Whitehorse kam, stellte er schnell fest, was seinen Schäfchen und vielleicht auch „schwarzen Schafen“ in der Stadt fehlte. Richtig, eine Kirche, also beauftragte er den Pfarrer Richard Bowen, etwas für das Seelenheil der Gemeinde zu tun und eine Kirche zu bauen, was dieser auch tat. Und so entstand im Jahr 1901 eine Blockkirche und ein Pfarrhaus. Bischof und Pfarrer sind längst nicht mehr da, aber die Old Log Church und das Pfarrhaus stehen immer noch an ihrem ursprünglichen Platz und sind eine der ältesten Gebäude in Whitehorse. Die Old Log Church hat viele Menschen kommen und gehen sehen, sie war Gotteshaus für die Gemeinde, die vielen Besucher der Stadt, insbesondere in den 1940er Jahren für die hier stationierten Soldaten während des Baus des Alaska Highway. Im Jahr 1953 wurde die Old Log Church zur Diözesankathedrale erhoben, was sie bis 1960 war, als ein Neubau sie ersetzte. Ab dem Jahr 1962 war die alte Blockhauskirche ein Museum, in den 1980er Jahren wurde der Bau von der First Nation Gemeinde als St. Simons Kirche genutzt. 1982 grundlegend zur Erhaltung saniert und restauriert ist das Kirchlein seit 2014 eine historische Stätte des Yukon und der Stadt Whitehorse.

Ein Blick ins Innere der Old Log Church. Foto Diözese Yukon/Whitehorse

Wer die Old Log Church besucht, dem wird der Ort zu Herzen und in die Seele gehen, zeigt er doch viele Schätze und Geschichten der frühen Pioniere und Missionare der anglikanischen Kirche. Die Geschichte vieler der über 4500 Exponate beginnt in Jahr 1861, also 35 Jahre bevor ein Goldfund den Großen Klondike Goldrausch auslöste. Das Museum und die historische Stätte Old Log Church zeigt über 150 Jahre Kirchengeschichte im Yukon und das sehr eindrucksvoll.

Canyon City

Ein historischer Blick auf die aufgegangene Canyon City mit der Whitehorse Rapids Tramway. Foto Yukon Archives, H.C. Barley fonds, 82/298, #4665
Ein historischer Blick auf die aufgegangene Canyon City mit der Whitehorse Rapids Tramway. Foto Yukon Archives, H.C. Barley fonds, 82/298, #4665

Man sieht nicht mehr viel von ihr, aber man atmet an der Stelle ihres Bestehens den Geist der Goldsucher des Großen Klondike Goldrausches. Die Rede ist von Canyon City, einer Geisterstadt, die ungefähr sieben Kilometer von der Stadtmitte von Whitehorse entfernt am Yukon River stromaufwärts am Ende des Miles Canyon liegt. Das Gebiet, auf dem Canyon City lag hatte schon vor Gründung der Stadt eine wichtige Funktion für die dort lebenden First Nations. Vor und hinter der Engstelle des Miles Canyon fingen sie hier ihre Lachse, die sie als Wintervorrat trockneten. Über die Verarbeitung der Lachse berichteten sowohl Frederick Schwatka als auch Georg Mercer Dawson, auch wenn sie eher wenig Kontakt zur einheimischen Bevölkerung hatten.

Überreste der Baumschienenbahn in der Klondike Goldrush Geisterstadt Canyon City bei Whitehorse. Foto apr
Überreste der Baumschienenbahn in der Klondike Goldrush Geisterstadt Canyon City bei Whitehorse. Foto apr


Während des Goldrausches war Canyon City Endpunkt der Etappe von den Quellseen des Yukon und Aufbruchspunkt zu den Goldfeldern des Klondike, nachdem die gefährlichen Stromschnelle des Miles Canyon bewzungen waren, oder die ausgeladene Ausrüstung über eine entlang des Flusses gebaute Holzschienenbahn Richtung Whitehorse transportiert war. Grund war die Bildung eines riesigen Engpasses an Menschen und Booten, nach dem vor dem Juni 1898 fast 300 Boote in den Stromschnellen zerstört wurden und fünf Menschen ertrunken waren. Heute staunt man angesichts der Erkenntnisse, dass es nicht mehr waren. Der damals eingesetzte North-West Mounted Police Inspector Samuel Steele erließ einen Befehl, dass nur noch ausgebildetet Bootsführer die Stromschnellen befahren durften. Als 1900 die White Pass & Yukon Route Railway in Betrieb ging, hatte Canyon City seinen Existenzgrund verloren, die Goldrausch Stadt löste sich auf, verfiel und wurde zur Geisterstadt. Ein wunderschöner Spaziergang zu einer ganz besonderen Stätte des Großen Klondike Goldrausches, an der heute noch geforscht wird.

Kwanlin Dün Cultural Centre

Das Kwanlin Dün Cultural Centre, direkt am Yukon River gelegen. Foto Tobias Barth
Das Kwanlin Dün Cultural Centre, direkt am Yukon River gelegen. Foto Tobias Barth

Das Kulturzentrum der Kwanlin Dün First Nation liegt am Ufer des Chu Nínkwän, wie der Yukon River in der Sprache der Kwanlin Dün heißt. Mit dem Kulturzentrum sind die Kwanlin Dün First Nation an den Ort zurück gekehrt, an dem die Vorfahren seit Jahrtausenden gelebt haben. Im Kulturzentrum wird das Erbe bewahrt und die Gegenwart mit der Einbindung uralter Traditionen gelebt. Sehr gerne heißen die First Nation ihre Gäste herzlich willkommen und zeigen ihnen ihre Geschichte, ihre Geschichten und ihr Leben.
Ob im Kwanlin Dün Cultural Centre während eures Aufenthaltes in Whitehorse Veranstaltungen oder Ausstellungen stattfinden, das erfahrt ihr auf der Internetseite des Kulturzentrums.

S.S. Klondike

Stolz liegt sie am Ufer des Yukon River in Whitehorse, der einstige Stolz der britischen Yukon Navigation Company. Die Rede ist von der S.S. Klondike, die als größtes Schiff einer Schaufelraddampfer Flotte vor der Zeit der Straßen im Yukon den Personen- und Güterverkehr zwischen Whitehorse und Dawson City sicherstellte. In Whitehorse zu sehen und zu besichtigen ist die S.S. Klondike II, sie wurde gebaut und mit sehr viel Equipment wie die Kessel, Motoren und Einrichtung der S.S. Klondike I ausgestattet.
Aber der Reihe nach. Die S.S. Klondike I wurde 1929 von der British Yukon Navigation Company, einer Tochtergesellschaft der White Pass and Yukon Route Rail Company, gebaut. Sie war für ihre Zeit und ihren Einsaz sehr groß, hatte 50 Prozent mehr Kapazität als die anderen Raddampfer der Flotte. Das Schiff hatte einen sehr flachen Tiefgang, war also für die Fahrten auf dem Yukon River mit seinen Untiefen prädestiniert. Die S.S. Klondike I konnte 270 Tonnen Fracht laden. Von 1929 bis Juni 1936 leistet die Klondike I ihren Dienst, dann lief sich im „The Thirty Mile“-Abschnitt des Yukon River unrettbar auf Grund. Noch heute kann man bei Niedrigwasser den Rumpf des stolzen Schiffes sehen.

Die S.S. Klondike II auf ihrem letzten Liegeplatz am Ufer des Yukon River in Whitehorse. Foto apr
Die S.S. Klondike II auf ihrem letzten Liegeplatz am Ufer des Yukon River in Whitehorse. Foto apr

Der Yukon Navigation Company gelang es, sehr viel Technik, Ausstattung und Schiffsausrüstung zu bergen und in das im Mai 1937 auf Kiel gelegte, nahezu baugleich Schiff Klondike II einzubauen. Von 1937 bis 1955 leistet die S.S. Klondike II ihren Dienst auf dem Yukon River, zunächst als Frachter, dann noch als Vergnügungsdampfer, als der zwischenzeitlich fertiggestellte North Klondike Highway einen Transport von Fracht aller Art mit Lastkraftwagen ermöglichte. Auch der Personentransport auf dem Yukon River wurde bald eingestellt, denn die Menschen reisten lieber mit dem Fahrzeug über die Highways von Ort zu Ort. Einige Jahre lag das Schiff auf der Werft, wurde schliesslich an Parks Kanada als Spende übergeben, aber so restauriert, dass es nicht verrottete. 1966 stimmte die Stadtverwaltung Whitehorse zu, der S.S. Klondike II an ihrem heutigen Liegeplatz eine Heimat zu geben.

Blick ins Innere der S.S. Klondike. Foto TobiasBarth
Blick ins Innere der S.S. Klondike. Foto TobiasBarth

Was folgte, war der wohl größte Einsatz von Palmolive-Seife in der Geschichte des Yukon. Denn neben drei Bulldozern und 12 starken Männern kamen acht Tonnen Palmolive-Seife zum Einsatz, um das Schiff auf seinen letzten Liegeplatz zu bugsieren. Am 24. Juni 1967 war es dann soweit, der stolze Schaufelraddampfer wurde offiziell zur S.S. Klondike National Historic Site of Canada. Heute ist die S.S. Klondike II ein Highlight in Whitehorse, das im Sommer zu einer ausgiebigen Entdeckungsreise einlädt. Beim Gang durch das Innere des Schiffes fühlt man sich unweigerlich in seine Hochzeit als Frachter und Personentransporteur auf dem rauen Yukon River zurück versetzt.

Bitte bewerte diesen Artikel!

image_pdfPDF
Alfred Pradel

Alfred Pradel

Alfred Pradel (apr), arbeitet seit vielen Jahren als Freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine und andere Publikationen. Seit vielen Jahren ist er Kanada eng und freundschaftlich durch viele persönliche Kontakte verbunden. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Ontario setzte er den ersten Interkulturellen Austausch von Sportlern um.
Alfred Pradel betrachtet auf Faszination Kanada den Tourismus, den Lifestyle im zweitgrößten Land der Erde, aber auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Werbung

Abonniere kostenlos unseren wöchentlichen Rückblick per Email!

Wir versenden immer Samstags eine Übersicht der neuen Artikel der vergangenen Woche.

Name *

Email *

Werbung

Folge uns

"Don't be shy, get in touch."
Wir lieben es, interessante Menschen kennenzulernen und neue Freunde zu gewinnen!