Faszination Kanada

Gekommen um zu bleiben: Leben und arbeiten in Toronto

Karin Wells (re.) mit ihrer Schwester Eva (c) Astrid Hofer
Karin Wells (re.) mit ihrer Schwester Eva (c) Astrid Hofer

Viele träumen davon, Karin Wells (36) hat den Schritt gewagt: 1998 wanderte sie mit ihrem Freund von Österreich nach Kanada aus. Die Beziehung ging in die Brüche, doch Wells blieb ihrer neuen Heimatstadt Toronto treu. 13 Jahre später lebt sie immer noch in Nordamerika, fühlt sich inzwischen als echte Kanadierin. „Home is where the heart is – und mein Herz ist hier“, sagt die Auswanderin, die als Krankenschwester in der Notaufnahme eines Krankenhauses in Downtown Toronto arbeitet – und inzwischen glücklich mit einem Kanadier liiert ist. Neben guten beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und flachen Hierarchien am Arbeitsplatz schätzt sie in Toronto vor allem ihren internationalen Freundeskreis. Eine Rückkehr nach Österreich kann sie sich derzeit nicht vorstellen – auch wenn sie ihre Familie immer noch vermisst.

Im Interview mit 360° Kanada-Autorin Astrid Hofer verrät Karin Wells, wie sie Einwanderungsdschungel und Arbeitssuche in Toronto gemeistert hat, was sie an ihrer neuen Heimat schätzt – und an ihrer alten bis heute vermisst.

360°: Wie kam es dazu, dass Sie 1998 nach Kanada ausgewandert sind?

Karin Wells: Mich hat das Ausland schon immer gereizt. Allerdings habe ich eher an Schweden gedacht. Dass es dann Kanada wurde, war eher Zufall. Ich bin im April 1998 mit meinem damaligen Freund und mit Hab und Gut – inklusive Hund – ausgewandert. Er ist in Österreich geboren und aufgewachsen, doch seine Familie lebte bereits in Kanada. Und auch er hatte schon eine Aufenthaltsgenehmigung. Ich war 21 Jahre alt und flog nach Kanada mit dem Gedanken „schauen wir mal“. Nun bin ich immer noch hier.

360°: Hatten Sie vor dem Umzug schon eine Beziehung zum Land, durch frühere Aufenthalte etwa oder durch Verwandte?

Wells: Ja, 1997 war ich in Kanada auf Urlaub, um die Familie meines damaligen Freundes zu besuchen. Es war mein erstes Mal in Nordamerika und Toronto, der CN Tower, die Niagarafälle und der Mix von Leuten aus unterschiedlichen Ländern haben mir gleich sehr gut gefallen.

360°: Wie haben Sie den Einwanderungsprozess erlebt? Welche Tipps würden Sie Leuten geben, die ebenfalls von einem Leben in Kanada träumen?

Wells: Bei mir war es einfacher, da ich in Kanada geheiratet habe. Bei der Einreise bekam ich ein Touristenvisum für ein halbes Jahr, nach fünf Monaten hatte ich dann die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Ich musste viele Formulare für die Immigrationsbehörde ausfüllen und Fotos mitschicken, um zu beweisen, dass es sich um keine Scheinehe handelt. Ich habe auch um eine Arbeitsgenehmigung angesucht. Ich war damals Behindertenbetreuerin und habe bei einer Einrichtung in Toronto freiwillig gearbeitet, oft jeden Tag. Ich hatte deshalb keine Probleme mit dem Jobangebot, das ich für die Arbeitsgenehmigung brauchte. Inzwischen hat sich der Prozess aber geändert, dauert nun viel länger. Potenzielle Einwanderer sollten sich deshalb gründlich über die Bestimmungen und das Punktesystem informieren und erkundigen, ob ihre Ausbildung und Schulabschlüsse in Kanada anerkannt werden. Manchmal muss man Kurse und Prüfungen nachmachen, zum Beispiel wenn man als Arzt praktizieren will.

Das vollständige Interview und viele weitere Beiträge aus den Ressorts Travel & Outdoors, Emigration & Working Holidays, Culture & Lifestyle lesen Sie in der neuen Ausgabe von 360° Kanada (Nr. 3/2012). Ab 14. Juni im Zeitschriftenhandel erhältlich oder unter redaktion@360grad-medien.de (als Printmagazin oder PDF).

Gekommen um zu bleiben: Leben und arbeiten in Toronto
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Julia Schoon

Als Reporterin ist Julia Schoon in ihrem Element: Lieblingsthemen der freien Journalistin sind Berlin, Menschen und Reisen. Im Sommer 2010 verbrachte sie zwei Monate in Kanada, sechs Wochen davon lebte sie in Calgary. Auf ihren Recherchen lernte sie in den Drumheller Badlands, dass Bio-Repellent Moskitos kein bisschen abschreckt, in Vancouver, dass „gay the new black“ ist, und auf der Calgary Stampede, dass man so ziemlich alles frittieren kann.

http://www.julia-schoon.de

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