Faszination Kanada

Lost in Saskatchewan

Ein Meer aus Gras: Prärie in Saskatchewan (c) Birgit-Cathrin Duval
Ein Meer aus Gras: Prärie in Saskatchewan (c) Birgit-Cathrin Duval

von Birgit-Cathrin Duval

Wohin ich reise, fragt mich der Kanadische Zollbeamte bei der Einreise am Pearson Airport in Toronto. „Saskatchewan“, antworte ich. „What’s there – Was gibt es dort?“ Er schaut mich mit einer Mischung aus Erstaunen und Verwirrung an. „Dort haben sie besonders dunkle Nächte, ideal um Sterne zu fotografieren.“ Ich erzähle ihm vom Sterngucker-Treffen im Cypress Hills Provincial Park, da knallt bereits der Einreisestempel in den Pass. „Dann machen Sie mal ein paar schöne Fotos.“ Ich fasse es nicht. Mit solcher Lichtgeschwindigkeit bin ich noch nie nach Kanada eingereist. Den Sternen sei Dank! Vermutlich kann ich nicht ganz bei Trost sein, wenn ich nur deshalb nach Kanada komme, um in die Sterne zu gucken.

Saskatchewan. Die Provinz mit dem unaussprechlichen Namen. Der Name ist vom Saskatchewan Fluss abgeleitet, der in der Cree Sprache Kisiskatchewani Sipi heißt, schnell fließender Fluss. Die Provinz, die selbst Kanadiern ein wenig suspekt ist. Die Provinz von der man sagt, sie sei flach wie ein Pfannkuchen, öde und langweilig. In diese ewige, weite Mitte hat es mich verschlagen. Das heißt, noch bin ich gar nicht da. Denn erst einmal heißt es warten. Nach dem Überseeflug hänge ich in Toronto fest. Mein Flug nach Regina, Provinzhauptstadt von Saskatchewan, geht erst in sechs Stunden.

Von Saskatchewan ist nichts zu sehen. Nichts von der weiten Prärie und den Weizenfeldern, diesem gelben endlosen Ozean, in dem die Kornspeicher wie stumme Leuchttürme in den Himmel ragen. Es ist dunkle, finstere Nacht, als ich in Regina aus dem Flughafengebäude trete. Etwas liegt in der Luft. Der laue Wind trägt es mit sich. Rein, würzig, grasig. So muss sie riechen, die Prärie, die da draußen liegt, irgendwo in der Schwärze der Nacht. So was gibt es nicht in Europa. Diese Luft hier ist anders. Sie beflügelt. So viel Platz, so viel Raum. Grenzenlos. Unfassbar.

Den vollständigen Artikel von Birgit-Cathrin Duval und viele weitere Beiträge aus den Ressorts Travel & Outdoors, Emigration & Working Holidays, Culture & Lifestyle lesen Sie in der neuen Ausgabe von 360° Kanada (Nr. 3/2012). Ab 14. Juni im Zeitschriftenhandel erhältlich oder unter redaktion@360grad-medien.de (als Printmagazin oder PDF).

Lost in Saskatchewan
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Julia Schoon

Als Reporterin ist Julia Schoon in ihrem Element: Lieblingsthemen der freien Journalistin sind Berlin, Menschen und Reisen. Im Sommer 2010 verbrachte sie zwei Monate in Kanada, sechs Wochen davon lebte sie in Calgary. Auf ihren Recherchen lernte sie in den Drumheller Badlands, dass Bio-Repellent Moskitos kein bisschen abschreckt, in Vancouver, dass „gay the new black“ ist, und auf der Calgary Stampede, dass man so ziemlich alles frittieren kann.

http://www.julia-schoon.de

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