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Kluane Nationalpark

Kluane Nationalpark – eisige Wildnis mit riesigen Gletscherfeldern

Im Südwesten des Yukon Territory liegt seit 1972 der größte Nationalpark Kanadas mit größten nicht polaren Gletscher- und Eisfeld (Icefield) der Welt. Das Yukon Territory grenzt im Westen an Alaska und der östliche Nachbar sind die Northwest Territories. Aus dem St. Elias Gebirge im Yukon Territorium, eine Küstenformation der Rocky Mountains, ragt der Mount Logan hervor. Mit 5.959 Metern ist er der höchste Berg in Kanada. Erst im Jahr 1925 gelang zwei kanadischen Bergsteigern seine Erstbesteigung. Wanderungen in dieser einzigartigen Landschaft und Tierwelt verlangen im Allgemeinen einiges an Fitness und Durchhaltevermögen. Ebenso anspruchsvoll sind die Rafting Touren auf den wilden Flüssen. Als Belohnung erwarten die Abenteurer jedoch atemberaubende Erlebnisse im Eis und Schnee oder auf dem Tatshenshini-River, dem ungezähmtesten Fluss Nordamerikas.

Anreise und Klima

Während man die Nähe des Kluane Nationalparks zu Alaska auf ein sehr kaltes Klima schließen lässt, haben die Sommermonate (Juni bis August) im Yukon Territory Durchschnittstemperaturen von 20 Grad Celsius. Auch Hitzewellen mit 30 Grad Celsius wurden bereits registriert. Da das Wetter im Kluane Nationalpark sehr wechselhaft ist, können die sommerlichen Temperaturen auch schnell fallen. Im Winter sind Temperaturen von minus 20 bis minus 50 Grad Celsius möglich. Neben den touristischen Sommermonaten finden auch immer mehr Besucher Gefallen am Winterurlaub (Skilanglauf, Fahrt mit dem Hundeschlitten) im Kluane Nationalpark, dessen Hauptelemente Eis und Schnee sind. Der Zielpunkt für die Anreise ist der für Kanadas Verhältnisse kleine Flughafen in der Hauptstadt Whitehorse (Yukon Territory). Von dort werden die Besucher mit Wasserflugzeugen zum 160 Kilometer entfernten Kluane Nationalpark geflogen.

Zeltstätte als Zwischenstation für anspruchsvolle Touren

Die zwischen den türkisfarbenen Gletscherfeldern gelegenen Seen sind zu Fuß nicht zu erreichen. Man gelangt in diese ungezähmte Wildnis nur mit dem Rafting-Boot, Kanu, Flugzeug oder auf einem Pferderücken. Die unterschiedlich anspruchsvollen Wanderrouten sind gut markiert und versierte Geländeführer (Outfitter) vermitteln den Besuchern die Einzigartigkeit der Landschaft, sowie der Vielfalt von Flora und Fauna. Der Kluane Nationalpark gehört seit 1980 zum UNESCO Weltnaturerbe. Zu den meisten Kanu- und Kajaktouren starten die Besucher vom kleinen Ort Haines Junction aus, der an der Kreuzung von Alaska Highway und Haines Highway liegt. Besonders der das Adrenalin aktivierende Alesk-River hat es den Wassersportlern angetan, aber seine starke Strömung kann Risiken bergen. Ebenso landschaftlich reizvoll ist der Alsekpass mit hohen eiszeitlichen Gletscher-Urformen, die vor 3 Millionen Jahren entstanden sind. Der Kluane Nationalpark mit seinen vielen klaren Seen besitzt am Highway 3 das Angelcamp Klukshu, in dem von Juli und August die Tutchone-Indianer die Lachse auf traditionelle Art fangen.

Artenreichtum bei Pflanzen und Tieren in jeder Höhenstufe

Eine herrliche Gegend für eine Erholungspause am Lagerfeuer bietet der Kluane Lake im Nordosten des Yukon Territory. Der See ist Namensgeber des Nationalparks, an dessen Grenze er sich befindet. Die Vielfalt der Vegetation in den Tundragebieten unterscheidet sich von der arktischen Region. Der Artenreichtum der Flora erstaunt angesichts des langen kalten Winters. Ausgedehnte Laub- und Nadelwälder sowie Beerensträucher wachsen bis zur Baumgrenze von 1100 Meter. Besonders interessant ist die nahezu neunzig Meter hohe Sitkafichte. In den Wäldern leben Grizzlybären und Wölfe. In der alpinen Tundra (1600 bis 2000 Meter) dominieren die Flechten und kleine Sträucher. In der Nähe der campierenden Urlauber grasen die Karibuherden.

Mehrere hundert Meter dicke Eisschichten – kein Hindernis für Besiedlung

Vor ca. 4500 Jahren besiedelten bereits die ersten Stämme der Ureinwohner, die Vorfahren der Southern Tuchones, das eisige Gletscherfeld. Der Anziehungspunkt waren wahrscheinlich die fischreichen Wasserreservate. Der Kluane Nationalpark bietet auch den Großtieren wie kanadischen Grizzlybären, Elchen und Karibus eine Heimat, in dessen Zerklüftungen sie sich zurückziehen können. An manchen der Stellen des Nationalparks nistet der majestätische Weißkopfseeadler. Der Mount Logan, benannt nach dem Geologen Sir William Edmond Logan, kommt mit seinen fast sechstausend Metern gleich nach dem Mount Mc Kinley (Alaska). Er wurde gut getarnt in einem Gletscherfeld mit ziemlichen Höhenunterschieden erst im Jahr 1890 von einer Expedition der National Geographic Society entdeckt. Vom Schiff auf dem Meer aus wirkt das Gletscherfeld wie eine riesige Wand aus Eisbergen. Auch innerhalb des Kluane Nationalparks fasziniert die „kalte Magie“ der bis ins Unendliche reichenden Eisfelder.

Wussten Sie, dass …

  • der Kluane National Park eine Fläche von 21.980 km² bedeckt?
  • es im Kluane National Park die höchsten Bergspitzen in Nordamerika und die größten Eisfelder außerhalb der Polarkappen gibt?
  • der Mount Logan, der mit 5959 m der höchste Berg Kanadas ist, sich im Kluane National Park befindet?
  • viele der Wanderwege und Straßen im Kluane National Park den traditionellen Wegen der „Southern Tutchone“ folgen, die diese heute noch benutzen?
  • der Kluane National Park weltweit für seine hervorragenden Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten bekannt ist?
  • das Resultat der klimatischen Überschneidung der pazifischen und arktischen Luftmassen im Kluane National Park, eine der größten Vielfalt an Pflanzen und wild lebenden Tieren in Nordkanada ist?
  • immerhin 150 Vogelarten im Kluane National Park vermerkt sind, von denen 118 im Park nisten?
  • der Kluane National Park dominiert ist von Bergen und Eis, die 82% der Fläche ausmachen?
  • das Bergwandern im Kluane National Park die beliebteste Aktivität ist? Es gibt Wege für Anfänger bis hin zu denen für die erfahrensten Bergwanderer.
Kluane Nationalpark
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