Faszination Kanada

Kejimkujik Nationalpark

Nova Scotias Lichtschutzgebiet

Der Kejimkujik Nationalpark liegt in der Provinz Nova Scotia, im Osten von Kanada. Gegründet 1974, gliedert er sich in einen Haupt- sowie einen Nebenpark (die so genannte Seaside) und umfasst eine Gesamtfläche von etwa 403 Quadratkilometern. Der Park wurde nach seinem größten See benannt, dem Kejimkujik Lake, und wird von den Kanadiern selbst kurz „Keji“ genannt. Der Name wurde von den Mi’kmaq-Indianern geprägt und wird oft übersetzt mit „angeschwollenes Gewässer“. Seit dem Jahr 2010 ist der Kejimkujik Nationalpark als Lichtschutzgebiet (Kejimkujik Dark Sky Preserve) ausgewiesen.

Der Hauptpark

Der Hauptpark befindet sich im mittleren Südwesten von Nova Scotia und ist zu erreichen über die Route 8. Die nächstgelegenen Städte sind westlich Digby und südlich Halifax. Der Park selbst befindet sich im Zentrum der zweitgrößten Biosphäre Kanadas und besteht aus 21 verschiedenen Waldarten, die meisten davon Mischwälder.

Das Wandern steht im Kejimkujik Nationalpark an erster Stelle. 60 Prozent des Parks sind nur zu Fuß oder über ein Kanu zu erreichen. Auf 15 Wanderwegen, jeweils ein bis fünf Kilometer lang, lassen sich schon auf kurzer Strecke die Vielfalt und Schönheit des Parks bewundern. Es ist möglich, den Park auch auf eigene Faust zu erkunden, auf Wanderwegen von 23 km bis 61 km Länge. Der Wanderweg „Mersey Meadow“ ist zudem behindertengerecht und gibt auf einer Plattform die Möglichkeit, Biber und Enten zu beobachten.

Besonders im Herbst lädt der Park zum Wandern ein, wenn das Laub für kurze Zeit die Wälder in das komplette Farbspektrum des Indian Summer taucht, angenehme Temperaturen herrschen und keine Insekten mehr auf Tuchfühlung mit den Besuchern gehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten im Park zu campen. Neben dem Jeremy’s Bay Campground, in dem in Zelten oder Trailern übernachtet werden kann, stehen auch abgeschiedene Campingplätze zur Verfügung. Diese sind nach Absprache mit der Parkleitung zu Fuß oder im Kanu zu erreichen.

Das „Dark Sky Preserve“

2010 wurde der Kejimkujik Nationalpark in die Royal Astronomical Society von Kanada aufgenommen, was die Parkleitung dazu verpflichtet, Lichtverschmutzung zu vermeiden. Im Park kann in besonderer Weise die Weite des Weltraumes und das Funkeln der Sterne beobachtet werden. Für alle Interessierten werden zudem öffentliche Programme angeboten, welche die Sternbilder erklären und einen Überblick über das nächtliche Leben der Organismen des Parks geben.

Wer lieber die malerische Wasserwelt entdecken möchte, kann sich auf den tausende Jahre alten Kanuwegen der Mi’kmaq den Weg durch den Park bahnen. Der heutige Park, früher Lebensraum der Mi’kmaq wurde als Verbindung zwischen der Bay of Fundy und dem Atlantik genutzt. Während der Wald im Wasser reflektiert wird, können zahllose Vögel und andere Tiere Kanadas, wie beispielsweise Elche und Biber, in einer unangetasteten und natürlichen Umgebung beobachtet werden. Auch längere Routen sind auf dem Kanu möglich, die Übergänge zwischen den Wasserwegen sind mit 150 Metern bis zwei Kilometern relativ kurz.

Auch ist es möglich, die zauberhaften Wanderwege mit dem Fahrrad zu erobern, wie die Mi’kmaq einst im Kejimkujik Lake zu fischen, die einzigartigen Vögel Kanadas zu beobachten oder schlicht in der Gruppe ein Picknick im Wald zu veranstalten. Mit seinen angenehmen Temperaturen, welche zwischen -5°C im Winter und +18°C im Sommer schwanken, lädt der Kejimkujik Park das ganze Jahr über Besucher ein. Mit dem Discovery Pass kann sowohl der Haupt-, als auch der Nebenpark erkundet werden.

Die Mi’kmaq

Als einziger Nationalpark Kanadas ist der Kejimkujik Nationalpark nicht nur Nationalpark, auf Grund der Mi’kmaq-Indianer trägt er zudem das Siegel einer „National Historic Site“. Dies bedeutet, dass der gesamte Park von großer kultureller und archäologischer Bedeutung für das Land Kanada ist. Die Geschichte der Mi’kmaq beginnt wahrscheinlich schon um 8400 v. Chr., lange vor den Pyramiden und Stonehenge. Etwa 3000 v. Chr. siedelten sie sich am Kejimkujik Lake an. Die etwa 500 verschiedenen Petroglyphen, in Stein geschnitzte Bilder, geben Auskunft über die Mi’kmaq und sind ein einzigartiges Zeugnis ihrer Kultur.
Sie entstanden etwa 1200 n. Chr. und zeigen Motive aus dem Leben und der Sagenwelt der Mi’kmaq, wie etwa dem mystischen Kulloo-Vogel oder Jipijka’m, einer gehörnten Schlange. Interessanterweise sind in späteren Petroglyphen auch christliche Motive zu erkennen, höchstwahrscheinlich angeregt durch christliche Missionare.

Die Seaside des Kejimkujik Nationalparks

1988 schloss man dem Kejimkujik Nationalpark ein etwa 25km langes Gebiet östlich von Liverpool an.
An der atlantischen Küste gelegen und über den Highway 103 zu erreichen gab man dem Nebenpark den Namen Seaside. Die weitläufige Seaside ist einer der wenigen noch völlig unberührten Küstenregionen Kanadas und begrüßt den Besucher mit strahlend weißen Stränden, kristallklarem, türkisfarbenen Wasser und dem Duft der Wildrosen. Faszinierend ist auch die Tierwelt der Seaside. Besonders Robben werden gerne beobachtet, doch auch Komorane, Pluvialis, Kanadareiher, wild lebende Nerze, Fischadler und selbst die hier seltenen Schwarzbären können bestaunt werden.

Kejimkujik Nationalpark
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Tobias Barth

Tobias Barth

Tobias ist ein Kanada-Freak, hat bis auf Nunavut alle Provinzen und Territorien in Kanada bereist und ist der Gründer und Ideengeber von Faszination Kanada. Tobias ist im Januar 2017 in den Yukon (nach Whitehorse) ausgewandert und schreibt dort und von seinen Reisen und Erlebnissen. Zudem ist er als Reiseführer unterwegs und bringt das Land, die Kultur, die Menschen und vorallem die Natur seinen Gästen auf eindrucksvolle Art nahe.

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