Faszination Kanada

Tradition & Bräuche in Kanada

Benimmregeln und Gepflogenheiten

In Kanada werden zahlreiche unterschiedliche Traditionen gepflegt, die sich in erster Linie aus den verschiedenen Herkunftsländern der zahlreichen Einwanderer ergeben. Die ersten Bewohner Kanadas waren Indianer und Inuit, deren Anteil heute noch etwa zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen. Später kamen Einwanderer aus verschiedensten europäischen Ländern sowie aus einigen asiatischen Staaten hinzu. Die größten Unterschiede ergeben sich zwischen dem französischen Sprachraum im Osten des Landes und dem größeren englischen Sprachraum. Gerade die vielen Gegensätze innerhalb des Landes haben aber auch zu einer großen Vielfalt und Toleranz bei einem Großteil der Kanadier geführt. So versammeln sich unter anderem die Indianer der verschiedensten Reservate in jedem Sommer zu großen ausgelassenen Festen. Bei diesen „Pow-wows“ werden mit bunten Gesangs- und Tanzwettbewerben die Traditionen der Ureinwohner weitergeführt. Dabei sind auch jederzeit fremde Besucher herzlich willkommen.

Feiertage in Kanada

So vielfältig wie die verschiedenen Kulturen werden in Kanada auch die Feiertage gefeiert. So unterscheiden sich unter anderem die Weihnachtsbräuche in den verschiedenen kanadischen Provinzen. Während im Norden des Landes bei den Eskimos an den Weihnachtstagen das große Winterfest „Sinck Tuck“ mit Tanz und Gesang gefeiert wird und Geschenke verteilt werden, gehört es zum Beispiel in Labrador in der Provinz Neufundland zur Tradition, Rüben an Kinder zu verschenken. Diese höhlen die Rüben aus, stecken eine Kerze hinein und zünden diese an. Die kanadische Atlantikküste, die im Laufe der Historie von den Schotten besiedelt wurde, ist dagegen stark von den britischen Weihnachtstraditionen geprägt. So werden am Weihnachtsmorgen vor allem englische Weihnachtslieder gesungen. In fast allen kanadischen Haushalten, die in der Weihnachtszeit aufwendig mit zahlreichen Lichterketten und Weihnachtsfiguren geschmückt werden, kommt am Weihnachtstag ein großes traditionelles Weihnachtsessen mit Truthahn und einer süßen Nachspeise auf den Tisch. Außerdem darf der traditionelle Mistelzweig über den Türrahmen nicht fehlen. Weitere wichtige Feiertage in Kanada sind der „Victoria Day“ im Mai anlässlich des Geburtstages der britischen Königin, der Canada Day am 1. Juli, der kanadische Nationalfeiertag, sowie das Erntedankfest am zweiten Montag im Oktober.

Drängeln verboten

Trotz der überwiegend lockeren Umgangsformen wird in Kanada traditionell auch sehr viel Wert auf Pünktlichkeit und vor allem auf Höflichkeit gelegt. Tatsächlich drängeln und schimpfen die Kanadier, der sich vor allem auch durch Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit auszeichnet, nur selten. Jeder wartet meist ganz geduldig, bis er an der Reihe ist. Bei Besuchen in Restaurants sucht man sich den Sitzplatz nicht selbst aus, sondern wartet, bis man von der jeweiligen Bedienung an den Platz geführt wird. Sollten die bestellten Speisen nicht aufgegessen werden, ist es selbst in teuren Edel-Restaurants üblich, sich die Reste einpacken zu lassen und diese mitzunehmen. Zudem gilt das Naseputzen am Tisch in Kanada als äußerst unhöflich. Bei der Begrüßung gibt es innerhalb Kanadas Unterschiede. Während im englischsprachigen Teil der Handschlag normal ist, neigt man im französischen Teil überwiegend zur Begrüßung mit Umarmung und Küsschen.

Rauchverbot und „verbotene Themen“

In öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln ist das rauchen strikt verboten. In öffentlichen Gesprächen sollte man es dringend vermeiden, die Kanadier mit den US-Amerikanern zu vergleichen und heikle, politische Themen anzuschneiden. Zu diesen „verbotenen Themen“ gehören unter anderem die Ureinwohner oder die äußerst brisante Umweltpolitik. Bei Einladungen zu Festen sollte man es nicht versäumen, dem Gastgeber ein kleines Geschenk als Dankeschön für die Einladung mitzubringen. Während des Essens sind Gespräche über geschäftliche Themen tabu.

Kleidung

IM ARBEITSBEREICH

An den meisten Arbeitsstellen wird selten ein kompletter Anzug mit Krawatte für die Herren oder sehr gediegene Kleidung für die Damen nötig. Sauber, gepflegt, „Golf-Etiquette“ ist immer richtig, leger & elegant ist gut. „Kleider machen Leute“ ist nicht immer ganz richtig in Kanada und man muss sich als Neuling in das jeweilige Arbeitsklima „einfühlen.“ Bequemlichkeit und ein angenehmes Gegenüber ist wichtiger und viel effektiver als durch überaus vornehme Kleidung und Auftreten Eindruck machen zu wollen. Das kann oft genau das Gegenteil hervorrufen.

Sehr auffällige Kleidung wird normalerweise nicht gewünscht. Im Sommer sind gute Dress-Shorts ohne weiteres in Ordnung, sowohl für Männer als auch für Frauen. Da alle Büros und Diensträume Klimaanlagen haben, können diese oft im Sommer sehr kühl sein. Eine extra leichte Jacke im Büro ist immer nützlich. Im Winter stellen/legen viele die Stiefel ab (oft in einem getrennten Raum, um die Teppiche zu schonen und die Räume sauber zu erhalten) und haben extra bequeme Schuhe im Büro zur Hand. Das gleiche gilt für viele Schulen, wo es oft, besonders im Winter, gefordert wird, dass die Schüler die Stiefel/Schuhe an der Haupttür abstellen und „Innenschuhe“ zur Verfügung haben. Ganz besonders ist dies in Turnhallen und Sportstudios der Fall, sehr oft aber auch in Arztpraxen. Sollte, durch ein Versehen, Schlamm oder Nässe in das Gebäude gebracht werden, wird es hoch angesehen bzw. erwartet wenn man sich nach einem Aufwischlappen erkundigt, bzw. Papiertücher, und den Dreck selbst säubert oder wenigstens die Putzperson versucht zu finden und sie darauf hinzuweisen.

IM HAUSHALT

In den meisten Haushälten ist es ein Gebot, gleich beim Eingang (oder oft vor der Haustür schon) die Schuhe auszuziehen. Das sollte automatisch passieren. Nur in ganz seltenen Fällen wird der Hauseigentümer angeben, dass der Gast die Schuhe anlassen kann und nur dann sollte man mit Schuhen das Haus weiter betreten. Auch ist es Gang und Gebe, beim Servieren, Abwaschen, Aufräumen zu helfen, bis alles nach dem Abendessen oder Feiern wieder an Ort und Stelle ist. Es ist normal bei einer Einladung zu fragen, was man mitbringen soll, Wein, Salat, Nachtisch oder …? In vielen Fällen wird der Gastgeber dann angeben, was noch gebraucht wird. Selbst wenn der Gastgeber „Nein“ sagt, sollte man wenigstens eine Flasche Wein, Kekse, Chips oder etwas „Nützliches für alle“ mitbringen.

Verhalten als Gast

POTLUCK

Sehr oft wird eine Einladung zum Potluck ausgesprochen. Das bedeuted, dass jeder Gast eine Speise mitbringt. In vielen Fällen, besonders Firmen, wird dann eine Menüliste aufgestellt und jeder Teilnehmer trägt sich für eine bestimmte Speise ein, damit man nicht zu viel von einem Gericht und gar nichts von einem anderen hat. Diese „Potlucks“ sind sehr beliebt und werden sehr oft veranstaltet. So hat der Gastgeber kaum Arbeit, die Speisen sind interessant und variant und das Aufräumen später ist ganz einfach, da jeder seinen „Pot“ wieder mitnimmt, gewaschen oder ungewaschen. In sehr vielen Fällen nimmt man dann auch seine eigenen Teller/Tasse/Becher und Bestecke mit, auch wieder um 1. die Umwelt vor Papier/Plastikdingen zu schonen und 2. dem Gastgeber Arbeit und Aufwand zu ersparen.

ALKOHOL

Sehr oft gilt BYOB (Bring Your Own Booze), d.h. jeder bringt sein eigenes alkoholisches Getränk mit, was auch wieder Kosten erspart und dem Geschmack jedes Teilnehmers mehr entspricht.

RECYCLING

Besonders Getränkeflaschen und -behälter sollten auf jeden Fall in einen getrennten Sack oder Container kommen und sollte der Gast das nicht gleich offensichtlich sehen, bitte fragen bzw. die Initiative ergreifen! Das gilt auch für Arbeitsbereiche. Initiative ist immer willkommen, sofern sie nicht „bossy“ oder authoritär ist. Im Grossen und Ganzen geht es immer darum das Team zu fördern und darauf zu achten, dass sich jeder als Individuum gut fühlt.

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