Faszination Kanada

Kanada-Newsletter 11+12/2012, 20. März 2012

Kanada-Newsletter der Botschaft von Kanada (www.kanada.de)
Themen des Newsletters
  • Kanada vergibt Menschenrechtspreis an Pakistaner und Argentinierin
  • Kanada fordert Afghanistan zur Wahrung von Frauenrechten auf
  • Bestes Independent-Computerspiel kommt dieses Jahr aus Kanada
  • Harper-Regierung unterstützt NGO im Kampf gegen „Ehrenmorde“
  • Deutsch-Kanadische Kooperation: vier neue strategische Partnerschaften
  • Schüleraustausch-Forum Alberta in München und Hamburg
  • Musical Ride kommt nach Verden – RCMP zeigt ihr Können
  • Termine

Kanada vergibt Menschenrechtspreis an Pakistaner und Argentinierin

Der John Diefenbaker Award für Menschenrechte und Freiheit geht in diesem Jahr posthum an Shahbaz Bhatti, ehemaliger pakistanischer Minister für Minderheiten und an Susana Trimarco, eine argentinische Aktivistin und Gründerin der Fundación María de los Angeles.

Trimarcos Stiftung kümmert sich um Opfer von Menschenschleppern und Zwangsprostitution und hat viel dazu beigetragen, dieses Thema in Trimarcos Heimat an die Öffentlichkeit zu bringen. Anlass der Gründung war Trimarcos Suche nach ihrer vermissten Tochter. Ihre Beharrlichkeit habe hunderten von Opfern die Flucht aus unmenschlichen Bedingungen ermöglicht, sagte Kanadas Außenminister John Baird bei der Bekanntgabe der Preisträger.

Bhatt wurde für seinen unablässigen Kampf für Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit geehrt, die ihn am Ende sein Leben gekostet hat. Obwohl sein Leben permanent bedroht worden sei, habe sich Herr Bhatti unermüdlich für die Rechte der Minderheiten in Pakistan eingesetzt. Der Bruder des Verstorbenen, Peter Bhatti, nahm den Preis entgegen.

Der John Diefenbaker Award für Menschenrechte und Freiheit wurde 2010 vom damaligen Außenminister Lawrence Cannon ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden Personen oder Gruppen, die sich auf außergewöhnliche Weise und besonders mutig für die Menschenrechte und die Freiheit einsetzen.

John Diefenbaker, nach dem der Preis benannt ist, war in den Jahren von 1957 bis 1963 Premierminister von Kanada und hat sich als Menschenrechtsadvokat einen Namen gemacht.

Kanada fordert Afghanistan zur Wahrung von Frauenrechten auf

Der Religionsrat in Afghanistan, die Ulema, hat Anfang März beschlossen, die Rechte der Frauen deutlich einzuschränken. Unter anderem sollen Frauen nicht mehr in Büros mit Männern zusammenarbeiten dürfen, mit denen sie nicht verwandt sind. Darüber hinaus wollen die Religionswächter ihnen auch verbieten, ohne Begleitung männlicher Erwachsener Bus zu fahren.

Anlässlich des Internationalen Frauentages hat sich die Regierung von Kanada vehement gegen dieses Einschränkungen ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung von Außenminister John Baird und Frauenministerin Rona Ambrose hieß es, dass der Vorschlag der Ulema, der Präsident Karsai zur Annahme vorliegt, ein dramatischer Rückschritt für die afghanischen Frauen sei. „Wir fordern die Regierung von Afghanistan auf, die Verfassung zu achten und sich von diesen unglaublichen Bemerkungen zu distanzieren“, so die Minister.

Die Bewahrung und Förderung der Frauenrechte sei immer schon ein wichtiger Pfeiler der kanadischen Außenpolitik gewesen, vor allem in Afghanistan, hieß es weiter in der Erklärung. „Der Respekt für die Freiheit und die Rechte aller Afghanischer Bürger ist das Fundament für die Sicherheit und den zukünftigen Wohlstand in Afghanistan.“

Bestes Independent-Computerspiel kommt dieses Jahr aus Kanada

Das beste Independent-Computerspiel kommt dieses Jahr aus Kanada. Das Spiel „Fez“, das zwei Kanadier in den letzten fünf Jahren entwickelt haben, wurde beim Independent Games Festival mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.

Die Jury lobte den außergewöhnlichen Grafikstil und das intelligente Leveldesign – und natürlich den Spielspaß. Phil Fish, der Grafiker und „Erfinder“ des Spiels, und Renaud Bédard, der „Fez“ programmierte, konnten das Spiel erst vor zwei Wochen endgültig fertigstellen. Derzeit durchläuft „Fez“ den Abnahmeprozess für die Xbox. Der Gewinn des Hauptpreises, so Fish, habe einen sehr hohen Werbewert, „das ist Marketing, das wir selbst nie erreichen könnten.“

Das Independent Games Festival fand bereits zum 14. Mal statt. Es ist Teil der jährlich stattfindenden Games Developer Conference, die dieses Jahr vom 5. bis zum 9. März in San Francisco abgehalten wurde.

Harper-Regierung unterstützt NGO im Kampf gegen „Ehrenmorde“

Die Regierung von Kanada wird die kanadische Nichtregierungsorganisation „Shield of Athena Family Services“ mit 350.000 Dollar unterstützen. Premierminister Stephen Harper stellte die Gelder während eines Besuchs im Montréaler Zentrum für Opfer familiärer Gewalt. „Shield of Athena Family Services“ setzt sich vor allem für Frauen und Mädchen ein, denen von ihren Familien wegen angeblicher Ehrverletzung Gewalt droht.

„Ehrenmorde sind inakzeptabel und barbarisch, sie verletzen kanadische Gesetze und unsere Werte“, erklärte Harper. Seine Regierung setze sich für den Schutz von Frauen, Mädchen und anderen verletzlichen Personen ein und mache Angreifer für ihre Taten verantwortlich.

Deutsch-Kanadische Kooperation: vier neue strategische Partnerschaften

Am 8. März haben Vertreter kanadischer Universitäten in Berlin mit ihren deutschen Partnern vier Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen, die den Weg für eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit deutscher und kanadischer Partner ebnen werden.

Die Vereinbarungen wurden im Beisein des Parlamentarischen Staatssekretärs im kanadischen Industrieministerium, Mike Lake, des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, der Ministerin für Wissenschaft von NRW, Svenja Schulze, und des Botschafters von Kanada in Deutschland, Peter M. Boehm, während einer Festveranstaltung zum 40-jährigen Bestehen der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit in der Wissenschaft unterzeichnet.

Folgende Kooperationsvereinbarungen wurden geschlossen:  1) University of Waterloo und Universität Bochum (Elektrotechnik), 2) McGill University und Freie Universität Berlin (EN) (Rahmenvertrag für wissenschaftliche Zusammenarbeit), 3) University of British Columbia und Fraunhofer Institut (EN) (Energie und Nachhaltigkeit), 4) University of Alberta und Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (Mobilität)

Für Mike Lake sind diese akademischen Abkommen nicht nur eine wichtige Unterstützung für die transatlantische Beziehung der beiden Länder, sondern auch politisch und ökonomisch zukunftsweisend: „Die Regierungen von Deutschland und Kanada haben das gemeinsame Ziel, den künftigen Wohlstand durch die Unterstützung von Wissenschaft und Technologie zu sichern. Indem wir engere Verbindungen zwischen Forschern und Innovatoren fördern, investieren wir in Beziehungen, die unsere beiden Volkswirtschaften stärken.“

Auch Thomas Rachel schätzt diese akademische Verbindung zwischen Deutschland und Kanada als bedeutsam ein, denn für ihn bilden die Universitäten „einen Eckpfeiler der bilateralen Kooperation. Die Bedeutung strategischer Partnerschaften in der internationalen Vernetzung der Hochschulen kann nicht überschätzt werden, und Kanada ist ein wichtiger Partner Deutschlands und ganz Europas.“

In den vergangenen 40 Jahren wurden mehr als 500 gemeinsame Forschungsprojekte realisiert. Dabei sind forschungsintensive Universitäten in Kanada wichtige Investoren. Allein die Universitäten, die an diesem Berliner Treffen teilnehmen, geben jährlich ca. 5,2 Milliarden kanadische Dollar (4 Milliarden Euro) für Forschung und Entwicklung aus. Gemessen als Anteil am Bruttoinlandsprodukt, rangieren die Investitionen der kanadischen Hochschulen in Forschung und Entwicklung auf dem höchsten Platz unter den G7-Staaten.

Weitere Informationen unter www.de-can-sti.comwww.science.gc.ca und www.canadainternational.gc.ca/germany-allemagne/media/press_2012_03_u15.aspx?lang=deu.

Schüleraustausch-Forum Alberta in München und Hamburg

Alberta ist eine der dynamischsten Provinzen Kanadas, bekannt für ihre spektakuläre Natur, kulturelle Vielfalt, starke Wirtschaft und ihr ausgezeichnetes Bildungssystem. Bei den PISA Studien der vergangenen zehn Jahre hat Alberta stets absolute Spitzenplätze erreicht. Ein Aufenthalt für deutsche Schüler und Schülerinnen an einer Schule in Alberta ist daher besonders attraktiv.

Im April kommen Vertreter von elf Schulbezirken aus Alberta nach Deutschland und laden zu Informationsabenden für Schüler und Eltern ein.
Die Veranstaltungen finden am 17. April in München (Amerika Haus) und am 19. April in Hamburg (Radisson Blu Hotel) jeweils von 18:30 bis 21:00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Details zu den beteiligten Schulbezirken und zur Anmeldung finden sich unter www.schueleraustausch-messe.de.

Musical Ride kommt nach Verden – RCMP zeigt ihr Können

Die Mounties kommen nach Verden – während der Mai-Auktion des Hannoveraner Verbandes gastiert die Royal Canadian Mounted Police (RCMP) am 4. Mai mit ihrem weltbekannten „Musical Ride“ in der Verdener Niedersachsenhalle. Der Vorverkauf für das Spektakel hat bereits begonnen.

Den Musical Ride gibt es seit 1876. Die berittenen Polizisten wollten ihr Können unter Beweis stellen, aber auch das Publikum unterhalten. Inzwischen zieht die Show in allen Teilen der Erde jedes Jahr Tausende von Zuschauern an.

Dass die reitenden Ordnungshüte mit 36 Pferden und Reitern nun in Niedersachsen ihr Können vorführen, kommt nicht von ungefähr. Seit 20 Jahren bereits arbeiten die Mounties mit dem Hannoveraner Verband zusammen und beziehen ihre Pferde fast ausschließlich aus dem Hannoverschen Zuchtgebiet. Zurzeit sind rund 20 Hannoveraner Zuchtstuten und drei Hengste in den Ställen des RCMP-Gestüts in Pakenham in der kanadischen Provinz Ontario.

Der Preis für eine Karte beträgt auf allen Plätzen 25 Euro. Die Tickets können nur online über www.hannoveraner.com oder www.verden-turnier.de erworben werden.

 

Zum Bestellen des Newsletter besuchen Sie bitte die Website der Botschaft von Kanada unter:
http://www.canadainternational.gc.ca/germany-allemagne/newsletter-nouvelles/index.aspx?lang=deu

Kanada-Newsletter 11+12/2012, 20. März 2012
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Tobias Barth

Tobias Barth

Tobias ist ein Kanada-Freak, hat bis auf Nunavut alle Provinzen und Territorien in Kanada bereist und ist der Gründer und Ideengeber von Faszination Kanada. Tobias ist im Januar 2017 in den Yukon (nach Whitehorse) ausgewandert und schreibt dort und von seinen Reisen und Erlebnissen. Zudem ist er als Reiseführer unterwegs und bringt das Land, die Kultur, die Menschen und vorallem die Natur seinen Gästen auf eindrucksvolle Art nahe.

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