Faszination Kanada

Eine Abenteuer-Reise von Alaska in den Yukon

Blick auf die Alaska Range, in deren Zentralmassiv der Denali, der höchste Berg Nordamerikas steht. Leider hat er sich auf unserer Reise nicht gezeigt. Foto FasziKa

Tourenempfehlung von Anchorage nach Whitehorse

Eine passende Ergänzung zu einer Kreuzfahrt von Vancouver nach Anchorage ist eine Erlebnisreise zu den Höhepunkten Alaskas und des Yukon. Wir stellen eine Abenteuer-Reise über die Highways vor und starten in Anchorage/Alaska. Anchorage ist die mit Abstand größte Stadt Alaskas, dem flächenmässig größten, am nördlichsten und westlichst gelegenen Bundesstaat der USA, der zugleich die größte Exklave der Welt ist, da er keine direkte Anbindung an das restliche Staatsgebiet der Vereinigten Staaten von Amerika hat.

Wildetiere haben uns auf der ganzen Reise begleitet, wie hier dieser junge Elchbulle. Foto FasziKa
Wildetiere begleiten diese Tour meist am Wegesrand, wie hier dieser junge Elchbulle. Foto FasziKa

Viele Gebäude des historischen Anchorage wurden beim großen Erdbeben von 1964 zerstört (das zweitstaerkste je gemessene Erdbeben mit 9,2 auf der Richterskala), so dass die Stadt heute von modernen und zweckmäßigen Bauwerken bestimmt wird. Von Seward, dem Seehafen für die Kreuzfahrtschiffe kommend, erreichen wir Anchorage. In der Stadt und in der Umgebung können einige interessante Sehenswürdigkeiten besichtigt und besucht werden. Je nach dem wie lange der Aufenthalt in Anchorage dauert, bieten sich das Anchorage Museum, der Alaska Zoo, das Alaska Native Heritage Center, der Earthquake Park, das Alaska Aviation Museum sowie der Alaska Botanical Garden an. Außerhalb der Stadt sind der Besuch des Chugach State Park, des Alaska Wildlife Conservation Center, des Portage-Gletscher, des Portage Lake, des Kenai-Fjords-Nationalpark, des Knik-Gletscher sowie der Thunderbird Falls empfehlenswert. Allerdings ist das nur ein kleiner Ausschnitt, es gibt noch viel mehr zu sehen.

Die Reise geht weiter nach Denali, den Ort, der sich seinen Namen mit dem mit 6190 Metern Höhe höchsten Berg Nordamerikas ebenso teilt, wie mit dem gleichnamigen Nationalpark und Highway. Vorher legen wir einen Zwischenstopp in Talkeetna ein. Der Ort mit ungefähr 900 Einwohnern lebt vom Tourismus. Neben den Bergsteigern, die von Talkeetna aus das Basislager an der Südflanke des Denali erreichen, nutzen auch Rafter und Angler den Ort als Basis für ihre Unternehmungen. Am Flugplatz Talkeetna sind viel Lufttaxi-Unternehmen tätig, sie bieten auch Rundflüge in den Denali Nationalpark und rund um den Denali an.

Zeigt sich der höchste Berg Nordamerikas oder zeigt er sich nicht?

In Denali befindet sich der Eingang zum Denali National Park and Preserve. Hier starten die Touren zum Eielson Visitors Centre und zum Wonder Lake. Besucher dürfen nur mit den Parkbussen in den Park einfahren, Camper erhalten eine Zufahrtsberechtigung zum den Campgrounds im Park. Am Eielson Visitors Centre erhält man Informationen zum Nationalpark und das Bergmassiv. Bei gutem Wetter empfiehlt sich die Weiterfahrt zum Wonder Lake. Von hier aus hat man eine gute Sicht auf das Bergmassiv und wenn man Glück hat, den aus dem Massiv herausragenden Denali. Den Denali kann man bei gutem Wetter auch bei einem Rundflug entdecken und bestaunen.

Blick auf die Alaska Range, in deren Zentralmassiv der Denali, der höchste Berg Nordamerikas steht. Leider hat er sich auf unserer Reise nicht gezeigt. Foto FasziKa
Blick auf die Alaska Range, in deren Zentralmassiv der Denali, der höchste Berg Nordamerikas steht. Foto FasziKa

Nächster Halt Fairbanks. Die zweitgrößte Stadt Alaskas, am Chena River gelegen, bietet mit dem Pioneer Park und dem Museum of the North zwei interessante Besichtigungsorte an. Im Pioneer Park liegt die S.S. Nenana, ein Schaufelraddampfer, der 1957 ausser Dienst gestellt wurde. Besichtigt werden kann im Park auch der Harding Railroad Car, ein Pullmann Waggon, mit dem Präsident Warren G. Harding im Jahr 1923 auf Mears Memorial Bridge einer Zeremonie zur Fertigstellung der Eisenbahn zwischen Fairbanks und Seward beiwohnte. Im Park finden sich weitere Museen und kleine Läden, die in historischen Gebäuden untergebracht sind, die teilweise in das Parkgelände umgesiedelt wurden.

Ein besonderer Ort, die Geschichte Alaskas plastisch kennen zu lernen und zu erleben, ist das auf dem Campus der University of Alaska entstandene Museum of the North. Das von der Architektin Joan Soranno entworfene Gebäude vermittelt ein Gefühl von Alaska, den alpinen Bergkämmen, den Gletschern und dem Yukon sowie der Aurora. Im Museum selbst empfangen den Besucher unzählige Schätze Alaskas, über 1,5 Millionen Artefakte beherbergt das Museum of the North. Vom riesigen Mammutschädel mit seinen Stoßzähnen, einem 50.000 Jahre alten mumifizierten Steppenbison bis zur Geschichte des Menschen in Alaska und seinem Kampf um’s tägliche Überleben. Im Forschungs- und Lehrmuseum kann man sich auch von einer Klang- und Lichtinstallation einfangen lassen, Filme zeigen die Aurora und andere Phänomene wie Extremwetterlagen.

Ein besonderes Gebäude, ein besonderes Museum. Das Museum of the North in Fairbanks, Alaska. Foto FasziKa
Ein besonderes Gebäude, ein besonderes Museum. Das Museum of the North in Fairbanks, Alaska. Foto FasziKa

Weitere sehenswerte Orte in Fairbanks sind das Fountainhead Antique Auto Museum, das Alyeska Pipeline Visitor’s Center, das Wedgewood Wildlife Sanctuary, die Tanana Lakes Recreation Area, das Pioneer Air Museum sowie das Palace Theatre.

Alaska und Yukon – Regionen mit großen Flüssen

Auf der Reise begleiten den Urlauber große Flüsse. Neben dem alles beherrschenden, über 3000 Kilometer langen und in die Beringsee mündende Yukon River sind es auf dieser Reise der 230 Kilometer lange Nenana River, der bei der Ortschaft Nenana in den Tanana River mündet. Der Tanana ist ein 1060 Kilometer langer linker Nebenfluss des Yukon River. In Nenana findet auf dem Tanana River jedes Jahr eine Eiswette, die „Nenana Ice Classics“ statt. Es wird auf die Eisschmelze und deren Start gewettet. Im Gegensatz zum Jahr 1917 findet die Eisschmelze heute durchschnittlich 5,5 Tage früher statt, ein Beleg für den Klimawandel.
Fairbanks wird vom Chena River durchflossen, der 160 Kilometer lange rechte Nebenfluss des Tanana River entsteht in den White Mountains, seine Mündung liegt 10 Kilometer von Fairbanks entfernt.
Ein weiterer Fluss, der einer Region und dem größten Goldrausch seinen Namen gab und gibt, ist der Klondike River. Dieser nur 161 Kilometer lange, seichte rechte Nebenarm des Yukon River hat dem legendären Goldrausch von 1896 bis 1898 seinen Namen gegeben. An der Mündung des Klondike in den Yukon liegt die Goldgräberstadt Dawson City.

Tok, ein Ort mit 1260 Einwohnern liegt an der Kreuzung von Alaska Highway und Tok Cut-Off. Er gründet auf einer uralten Siedlung der Athabasken. Wie viele Orte entlang des Alaska Highway war auch Tok in den 1940er Jahren ein Camp für die Bauarbeiter. Die kleine Stadt lebt vom Tourismus, hier startet der Top of the World Highway, das Tetlin National Wildlife Refuges hat hier seinen Verwaltungssitz. Die 1954 gegründete und heute noch existente Schlittenhundezucht Tok Dog Mushers befindet sich ebenfalls in Tok. Eine besondere Attraktion mit eigenem Charme ist der kleine Freizeitpark Muklukland.

Nach Tok wird es erneut abenteuerlich und im Sommer auch einmal staubig. Es geht auf den 127 Kilometer langen Top of the World Highway. Der Highway war vor dem Bau des Klondike Highway die einzige Straßenverbindung nach Dawson City. Ein grandioser Panoramablick erstaunt die Befahrer der Strecke immer wieder auf’s Neue, riesige Karibuherden können die Straße passieren. Auf 1200 Metern Höhe dann eine weitere Seltenheit, die Grenzstation zwischen den USA und Kanada, Poker Creek auf der US-Seite und Little Gold Creek auf der kanadischen Seite ist einer der wenigen an der längsten Grenze der Welt, der von beiden Staaten gemeinsam unterhalten wird.

In Dawson City wird die Zeit des großen Klondike Goldrausches wieder lebendig

Nach 127 Kilometern ist dann soweit, das Fahrzeug steht vor den Toren von Dawson City, nur eine kurze Fährfahrt über den Yukon River, dann ist man in DER Stadt des Klondike Goldrausches. Wenn man in seinem Hotel angekommen ist und einmal die zehntausende Menschen beherbergende Stadt erkundet, die heute noch 1330 Einwohner hat, dann kommt man sehr schnell gedanklich in der Zeit des großen Goldrausches an. Erst recht, wenn man an einer der Stadtführungen teilnimmt, die einen in sonst verschlossenen historische Gebäude wie die Bank of British North America, das alte Postamt und den Red Feather Saloon. Zu empfehlen ist ein Besuch im Kasino in Dawson City, dem Diamond Tooth Gerties mit seinen täglichen Bühnenshows, die die alte Goldrausch Zeit wieder aufleben lassen.

Goldrausch-Feeling am Claim #6 am Bonanza Creek, dem Ort an dem der große Klondike Goldrush seinen Anfang nahm. Foto FasziKa
Goldrausch-Feeling am Claim #6 am Bonanza Creek, dem Ort an dem der große Klondike Goldrush seinen Anfang nahm. Foto FasziKa

Ganz Mutige versuchen sich in der Bar des Downtown Inn Hotels am Sourtoe Cocktail, einem Whisky, vorzugsweise Yukon Jack, und einem mumifizierten menschlichen Großzeh. Gemäß den Vorschriften kann das Glas langsam oder schnell geleert werden, die Zehe muss jedoch die Lippen des Trinkers berühren. Darüber wacht Captain Dick Stevenson, der auch das Zertikat ausstellt, das einen zum Mitglied des Sourtoe Cocktail Club macht. Auch das Umland von Dawson City bietet viel sehenswertes aus der Zeit des Goldrausches, da sind die vielen Blindgesteinshaufen, schön wie ein Waschbrett abgelegt. Den Urheber findet man am Bonanza-Creek, es ist die Klondike Dredge #4, ein riesiger Schwimmbagger, der über viele Jahre tausende von Unzen Gold aus dem Boden gewaschen hat.

Sich selbst wie ein Stampeder, ein Goldsucher zu fühlen, das kann man im offenen Claim #6. Am besten holt man sich im Claim #33 eine Einweisung in das Auswaschen des Goldes mit einer Pfanne und dann geht’s los. Am Claim #6 kann man im Mutterboden Erde entnehmen, aber auch andere Claimbesitzer lagern Boden aus ihren Goldminen zum Gold waschen ab. Und immer wieder haben die Hobby-Goldschürfer Glück, finden Nuggets mit einem Wert von bis zu 800 kanadischen Dollar.

Ein weiteres Highlight war eine kurze Fahrt auf dem Highway, der allen Fans des arktischen Nordens auf der Zunge zergeht, die Rede ist vom Dempster Highway, der uns in den Tombstone Territorial Park brachte, mit seinem Namensgeber, dem an einen Grabstein erinnernden 2196 Meter hohen Tombstone Mountain, einem Teil der Ogilvie Mountains.

Blick auf die Goldgräberstadt Dawson City mit Mündung des Klondike River in den Yukon River. Foto FasziKa
Blick auf die Goldgräberstadt Dawson City mit Mündung des Klondike River in den Yukon River. Foto FasziKa

Ein langer Weg zurück nach Whitehorse, Zeit Abschied zu nehmen

Früher oder später endet auch der schönste Aufenthalt in der historischen Goldrausch-Stadt, der Alaska Highway führt uns ins 530 Kilometer entfernte Whitehorse, der Hauptstadt des riesigen, aber fast menschenleeren Territoriums. In Whitehorse wohnen 27.000 der rund 38.000 Einwohner des Yukon Territory. Hier finden sich eine gute Infrastruktur und viele touristische Sehenswüdigkeiten, insbesondere in der grandiosen Natur rund um die Stadt. In der Stadt begrüßt uns die S.S. Klondike, der seinerzeit größte aus Holz gebaute Schaufelraddampfer. Das heutige Museumsschiff kann kostenfrei besichtigt werden. Ein toller Film, der in einem Zelt neben dem Schiff gebaut wird, entführt in die Zeit, als die S.S. Klondike noch den Yukon befuhr. Empfehlenswert sind Besuche im MacBride Museum of Yukon History, das Yukon Beringia Interpretive Centre, das Kwanlin Dün Cultural Centre sowie das Copperbelt Railway & Mining Museum.

Ein Highway, dessen Namen jedem Fan des arktischen Nordens auf der Zuge zergeht. Dempster Highway. Foto FasziKa
Ein Highway, dessen Namen jedem Fan des arktischen Nordens auf der Zunge zergeht. Dempster Highway. Foto FasziKa

Es gibt viel zu entdecken in Whitehorse, auch in der freien Natur. Eine Fahrt zum Marsh Lake markiert den Beginn des Flusslaufes des Yukon River in Richtung Beringsee. Spannend ist auch der Besuch des Miles Canyon, hier frisst sich der Yukon River durch uralte vulkanische Basaltschichten. Im Yukon Wildlife Preserve kann man die Tiere des hohen Nordens hautnah erleben, außer Bären, die nicht in Gehegen, seien sie noch so gross, gehalten werden dürfen. In den Takhini Hotsprings erlebt man die vulkanische Aktivität unter der Erde mit einem Wohlfühlfaktor, insbesondere im Winter sind die heißen Quellen eine Wohltat. Ein Aufenthalt im Winter lässt ein beeindruckendes Naturphänomen bestaunen, die gleißenden und tanzenden Nordlichter.

Damit endet unsere Abenteuer-Reise in den wahren Norden, Alaska und der Yukon sind beeindruckend. Beeindruckend ob der schieren Unendlichkeit, der Größe und Weite, der Schönheit. Ein Besuch lohnt sich.

Blick auf die Tombstone Mountains. Foto FasziKa
Blick auf den Tombstone Mountain im Tombstone Territorial Park. Foto FasziKa

Diese Reise ist bei Ruby Range Adventure buchbar.

Eine Abenteuer-Reise von Alaska in den Yukon
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Alfred Pradel

Alfred Pradel

Alfred Pradel (apr), arbeitet seit vielen Jahren als Freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine und andere Publikationen. Seit vielen Jahren ist er Kanada eng und freundschaftlich durch viele persönliche Kontakte verbunden. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Ontario setzte er den ersten Interkulturellen Austausch von Sportlern um.
Alfred Pradel betrachtet auf Faszination Kanada den Tourismus, den Lifestyle im zweitgrößten Land der Erde, aber auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen.

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