Faszination Kanada

Die Legende von St. Mary's Spring auf Graham Island, Haida Gwaii

Die Legende von St. Mary's Spring auf Graham Island, Haida Gwaii
Die Legende von St. Mary’s Spring auf Graham Island, Haida Gwaii © Dr. Kerstin Lötzerich-Bernhard

Von Dr. Kerstin Lötzerich-Bernhard, www.kopfwortewelt.de

Haida Gwaii ist zweifellos immer noch ein echtes Stück ursprüngliches Westkanada und hat seinen ganz eigenen Charme voller Magie und Natürlichkeit. Von Prince Rupert aus starten die Fähren von BC Ferries in Richtung Graham Island, der größten Insel des Archipels, und sie ist durch ihre üppige Vegetation der märchenhaften, moosbewachsenen, flechtenbehangenen Regenwälder grün, faszinierend grün. Das ist nicht zuletzt auch den jährlichen hohen Niederschlagsmengen und den milden klimatischen Bedingungen geschuldet. Eine Redensart sagt, „one week Haida Gwaii, five days rain“! Was naturverbundene, ruhesuchende, wanderlustige Touristen aber nicht davon abhalten sollte, dieses reizvolle Fleckchen Erde zu besuchen.

Und die Angler, die im Tlell- oder Yakoun-River, je nach Jahreszeit, Lachse, Steelheads, Dolly Vardens usw. ans Ufer ziehen, lassen sich durch Regen sowieso nicht beunruhigen. Denn auch für den Fischreichtum – sei es in den Flüssen oder auch draußen im Meer – ist Haida Gwaii ebenfalls berühmt. Nach 6,5-stündiger Fährüberfahrt durch die Hecate Strait erreicht man Skidegate Landing im Süden von Graham Island. Hier kann man wunderbar mit einer Erkundungstour der Insel starten – einfach dem Yellowhead-Highway 16 nach Norden folgen, der in Prince Rupert auf dem Festland endet und hier weiter fortgeführt wird. Immer weiter nordwärts unterwegs, fallen an der Seeseite der Straße nahe Lawn Hill mehrere größere bearbeitete Baumstümpfe auf, die den Urlauber eine Weile begleiten. Es sind Holzskulpturen, die von einem bekannten, einheimischen Haida-Künstler (Ted Bellis) mittels einer Kettensäge in Tiergestalten verwandelt wurden. Nach kurzer Zeit erreicht man St. Mary’s Spring. Auch dort wieder eine etwa 1,50 Meter hohe Kettensägenfigur. Dieses Mal linker Hand der Fahrbahn, die Skulptur einer betenden Madonna, die eine kleine Quelle bewacht. Zu ihren Füßen ein Sammelsurium an Opfergaben aus Muscheln und Steinen, die von Besuchern dort abgelegt wurden. Rankt sich doch um diese Quelle eine verheißungsvolle Legende. Die Geschichte erzählt, dass man immer wieder nach Haida Gwaii zurückkehren wird, trinkt man etwas frisches Quellwasser aus St. Mary’s Spring. Es sei noch erwähnt, dass die Bezeichnung „Quelle“ ein wenig übertrieben ist. Oft findet sich dort lediglich eine klitzekleine, pfützenähnliche Wasserstelle, deren Nass nicht besonders vertrauenserweckend erscheint. Und nicht weit entfernt findet sich ein Schild auf dem steht, dass das Wasser unbehandelt ist und man auf eigenes Risiko trinkt. Trotzdem, da hat sie uns voll erwischt, die Heilige Mary, denn wir sind tatsächlich wieder zurückgekehrt, nachdem wir uns ein Jahr zuvor getraut haben, uns zumindest die Lippen mit Mary’s Wasser zu benetzen. Was immer St. Mary’s Spring verbirgt, der Zauber wirkt. Und offensichtlich macht Haida Gwaii süchtig. Damals hätten wir nicht geglaubt, dass wir nur wenige Jahre später wieder an dieser Stelle stehen würden. Vielleicht lassen auch Sie sich eines Tages verzaubern.

Warum? Das sehen Sie hier:
http://www.hellobc.com/haida-gwaii-queen-charlotte-islands.aspx

 

Die Legende von St. Mary's Spring auf Graham Island, Haida Gwaii
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Dr. Kerstin Loetzerich-Bernhard

Kerstin ist promovierte Chemikerin und war neun Jahre lang unter anderem als Executive Director R&D in der freien Wirtschaft tätig, bis sie ihrer Passion – der Begeisterung für Sprache und Worte – folgte und sich 2008 mit ihrer KOPFWORTEWELT selbstständig machte. Seitdem ist sie erfolgreich als freie Fach- & Wissenschaftsjournalistin, Reisejournalistin, Autorin, Texterin, Redaktionsverantwortliche und Lektorin mit viel Herzblut tätig. Als leidenschaftliche Reisejournalistin, Wanderin und Beobachterin ist Kerstin seit 2001 regelmäßig in Kanada unterwegs. Vor allen Dingen der gesamte Westen – von Süden bis ganz hoch in den Norden – haben es ihr angetan. Dem Reisevirus verfallen, immer auf der Suche nach neuen Geschichten und Plätzen dieses großartigen Landes. Neben Kanada ist sie zudem spezialisiert auf Neuseeland. Ein Land, das sie seit 2005 bereits fünf Mal, teils durch mehrmonatige Aufenthalte, intensiv kennenlernen durfte. KOPFWORTEWELT – Redaktionsbüro & Schreibwerkstatt | Ihre Wort & Textmanufaktur

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