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Vor hundert Jahren sank die Titanic: Neufundland und Nova Scotia gedenken des Unglücks

In der Nacht des 14. April 1912 kollidierte die Titanic mit einem Eisberg – die tragische Geschichte des vermeintlich unsinkbaren Luxusschiffes auf Jungfernfahrt ist spätestens seit dem Blockbuster mit Leonardi di Caprio bekannt. Weniger bekannt ist die Rolle, die Kanada in diesem Drama spielte:

Historische Zeichnung des Schiffsuntergangs
Vor 100 Jahren sank die Titanic

In der Nacht des 14. April 1912 kollidierte die Titanic mit einem Eisberg – die tragische Geschichte des vermeintlich unsinkbaren Luxusschiffes auf Jungfernfahrt ist spätestens seit dem Blockbuster mit Leonardi di Caprio bekannt. Weniger bekannt ist die Rolle, die Kanada in diesem Drama spielte:

Die Marconi Telegrafenstation am Cape Race, dem östlichsten Zipfel Neufundlands, empfing als erstes das SOS-Signal der Titanic, leitete den Hilferuf weiter und koordinierte die Rettungsaktion mit Schiffen, die sich in der Nähe des sinkenden Dampfers befanden. Die beiden Funker – Walter Gray in Cape Race und Jack Phillips auf der Titanic – waren sogar Klassenkameraden während der Funkerausbildung. Heute ist in der historischen Station ein Museum eingerichtet, das Myrick Wireless Interpretation Center.

Display in der Titanic Ausstellung des The Johnson Geo Centre
Die Geschichte hinter dem Unglück zeigt The Johnson Geo Centre (c)

Wer sich für die Geschichte hinter dem Unglück interessiert, in der Habgier, Arroganz und schlechtes Urteilsvermögen eine entscheidende Rolle spielen, der sollte die Titanic-Ausstellung im Johnson GEO CENTRE in St. John’s, Neufundland, besuchen. Zu sehen gibt es dort aber auch Artefakte, die aus dem Wrack geborgen wurden.

Viele der Verunglückten wurden nach Halifax, Nova Scotia, gebracht – und rund 150 Passagiere fanden auf drei Friedhöfen der kanadischen Provinzhauptstadt ihre letzte Ruhe, das Maritime Museum of the Atlantic hat sogar die Namensliste der dort Beigesetzten veröffentlicht. Auf dem Fairview Lawn Cemetery steht übrigens der Grabstein eines gewissen J. Dawson (der oft von weiblichen Filmfans mit Blumen geschmückt wird).

In Halifax befinden sich noch weitere Orte mit Bezug zur Titanic, darunter die Auffangstationen für die Überlebenden, verschiedene Drehorte des oscarprämierten Films von 1997 sowie eine  wissenschaftliche Ausstellung zum Thema im Bedford Institute of Oceanography, in dem bahnbrechende Erkenntnisse über den Untergang des Dampfers gewonnen wurden.

Anlässlich des einhundertsten Jahrestags des Untergangs werden in Nova Scotia ab April 2012 verschiedene Events und Ausstellungen zum Gedenken an die Opfer und das damals größte Schiff der Welt abgehalten: Das Maritime Museum of the Atlantic zeigt eine Dauerausstellungen zum Thema Titanic und bietet anlässlich des Jahrestages zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, darunter ein Film-Festival und Konzerte. Einen guten Überblick über die Verbindung zwischen der Stadt Halifax und dem Untergang der Titanic bietet die „Titanic 100 Year Experience Tour“, die beim Veranstalter Ambassatours Gray Line in Halifax gebucht werden kann. Auch Neufundland gedenkt an verschiedenen Orten der rund 1500 Toten.

Noch näher kommt man den tragischen Ereignissen vor 100 Jahren mit „Titanic Expeditions Newfoundland“: zum (nicht ganz preiswerten) Programm gehört ein „Titanic Dinner“, eine Fahrt durch die „Iceberg Alley Expedition“ sowie ein Tauchgang hinunter zum Wrack der Titanic in fast 4000 Metern Tiefe. Auch beim Titanic Memorial Cruise wird der Geschichte des berühmten Dampfers gedacht.

Und wer noch einmal mit Jack und Rose bangen und weinen möchte: „Titanic“ läuft seit dem 4. April wieder in den Kinos, dieses Mal jedoch in 3D!

Weiter Informationen unter www.destinationhalifax.com/visitors/titanic (inklusive einer interaktiven Karte aller Orte in Halifax mit einem Titanic-Bezug), www.novascotia.com/en/home/discovernovascotia/history/titanic und www.receivingtitanic.com.

Vor hundert Jahren sank die Titanic: Neufundland und Nova Scotia gedenken des Unglücks
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Julia Schoon

Als Reporterin ist Julia Schoon in ihrem Element: Lieblingsthemen der freien Journalistin sind Berlin, Menschen und Reisen. Im Sommer 2010 verbrachte sie zwei Monate in Kanada, sechs Wochen davon lebte sie in Calgary. Auf ihren Recherchen lernte sie in den Drumheller Badlands, dass Bio-Repellent Moskitos kein bisschen abschreckt, in Vancouver, dass „gay the new black“ ist, und auf der Calgary Stampede, dass man so ziemlich alles frittieren kann.

http://www.julia-schoon.de

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