Faszination Kanada

Auf Entdeckungstour in Prince George

British Columbia, Kanadas westlichste Provinz, ist mit etwas mehr als 944.000 km2 Fläche die drittgrößte Provinz des Landes. Der Großteil der rund 4,6 Millionen Bewohner lebt in und um Vancouver, aber auch jenseits der Millionenstadt und der nahe gelegenen Skiresorts ist British Columbia eine Entdeckungsreise wert.

Eine zerklüftete Küste, die sich über 7.000 Kilometer erstreckt, die Gebirgsketten der Rocky Mountains, Flüsse, die zum Pazifik und in Richtung Polarmeer verlaufen, lange, schmale Seen im zentralen Hochland und ursprünglich anmutende Wälder machen die Region vor allem für Naturliebhaber zum Erlebnis.

Ein wunderschöner Grizzlybär. Foto https://pixabay.com/photos/grizzly-bear-bear-grizzly-animal-2788682/
Ein wunderschöner Grizzlybär. Foto https://pixabay.com/photos/grizzly-bear-bear-grizzly-animal-2788682/

Zu den unbekannteren Orten gehört die auf Holzwirtschaft spezialisierte Stadt Prince George im Norden. In den Wäldern ringsherum sind die scheuen Cariboos ebenso zu Hause wie Elche, Luchse, Schwarzbären und sogar Grizzlys. So aufregend es auch ist, in freier Wildbahn einen der berühmten Vierbeiner zu erspähen, sollten die Tiere stets mit Respekt und Vorsicht behandelt werden. Einheimische Führer sind am besten geeignet für einen Trek durch Kanadas Wildnis, selbst wenn sie sich wie Prince Georges Ancient Forest Trail und der Park Forests of the World quasi noch auf Stadtgelände befinden. Angler and Kanufahrer haben hier im Norden der Provinz die Wahl zwischen 1.600 Seen und Flüssen. Für Wintersportler gibt es in der Region vier Berge zum Skilaufen, und öffentliche Eisbahnen laden zum Schlittschuhlaufen ein. Ein Winterfestival im Februar und ein Sommerfestival im Juli zelebrieren die verschiedenen Gesichter der Stadt mit Musik, Familienveranstaltungen, Kunst, Kultur und Sport.

Die Museen konzentrieren sich vor allem auf die Pionierzeiten, als der Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts tausende Glücksucher angelockt hatte. Nur 40 km von Prince George entfernt bietet Huble Homestead einen Einblick zum Anfassen in das Pionierdasein. Die Siedlung ist als lebendes Museum nachgebaut, inklusive Laden, Post, Schmiede, Pelzjäger-Hütte und das Camp der indianischen Ureinwohner, die mittlerweile mit dem respektvollen Titel First Nations bezeichnet werden.

Sich fühlen wie ein Goldsucher. Foto Shutterstock
Sich fühlen wie ein Goldsucher. Foto Shutterstock

Wer sich wie ein erfolgreicher Goldsucher fühlen möchte, kann den Abend beim Kartenspiel im Treasure Cove Hotel & Casino ausklingen lassen. An den Tischen werden unter anderem die schon im Wilden und nicht so wilden Westen beliebten Spiele wie Poker und Black Jack angeboten, und der französische Einfluss Kanadas wird durch Roulette vertreten. Allerdings empfiehlt es sich, sich vorab im Online-Casino mit den Regeln für Roulette und die anderen Spiele vertraut zu machen. Hier empfehlen sich vor allem die Theorien von Edward Thorp, Universitätsmathematik-professor und Börsenmarktgenie, der das Kartenzählen wiedererfand. Wer sich mit den Strategien auskennt, hat mehr Spaß. Das gilt auch für die Etikette, die zwar nicht so strikt ausgelegt wird wie in den mondänen Einrichtungen der Alten Welt, aber die rauen Sitten der Pioniere sind dennoch unerwünscht.

Wer statt Trubel am Abend Abgeschiedenheit bevorzugt, kann sich im Prince George Observatorium mit dem nächtlichen Sternenhimmel beschäftigen. Fernab der Großstädte lassen sich die Konstellationen, Galaxien und Nebula am besten durch die Teleskope bestaunen. Wissenschaft, Technologie, Kunst und Kulturerbe sind unter einem Dach im Museum und Wissenschaftszentrum The Exploration Place vereinigt. Ausstellungen, aber auch Experimente zum Anfassen sollen Wissensdurst anregen und Neugierde stillen. Lebendige Tiere und Fossile sowie nachgebaute Dinosaurier machen die Einrichtung bei jeder Altersgruppe beliebt.

Auf die schönen Künste ist, die von einer gemeinnützigen Einrichtung unterhaltene Two Rivers Gallery spezialisiert. Zu sehen sind unter anderem die Werke von lokalen Malern, Bildhauern und Kunsthandwerkern sowie Kunstwerke der First Nations. Wie so vieles in Kanada sind auch ein Großteil der Ausstellungsstücke in der Galerie von der atemberaubenden Natur des Landes beeinflusst. Wer mehr über die Flora und Fauna erfahren möchte, findet im Goodsir Nature Park ein Stück gezähmte Natur. Der auf ausschließlich einheimische Bäume und Pflanzen ausgelegte botanische Garten lädt auf seinen gepflegten Wanderwegen zu Spaziergängen durch eine Landschaft mit mehr als 200 Baumarten, Sträuchern und Blumen an. Picknickplätze zum Pausieren, ein Biberteich und ein Gewächshaus gehören ebenfalls zum Park.

Echte Wildnis lässt sich bei geführten Touren erleben, die sich auch mit der ökologischen Bedeutung der Wälder der Forstwirtschaft beschäftigen. Pferdefreunde finden Ranchs, der Reitunterricht oder mehrtägige Touren im Sattel anbieten. Natur pur gibt es in den rund viereinhalb Autostunden entfernten Jasper Nationalpark. Einer der Höhepunkte dort ist der Athabasca Glacier, eine aus der jüngsten Eiszeit übrig gebliebene Gletscherzunge. Sie gehört zu einem Eisfeld, das noch heute sein Schmelzwasser in den Atlantik, den Pazifik und das Polarmeer schickt. Noch vor einem Jahrhundert war das gesamte Tal, durch das heute der Highway 93 verläuft, mit Es gefüllt. Zum Gletscher hinauf werden unter anderem Wandertouren angeboten.

Hoch hinaus geht es auch mit der Jasper Tramway, einer Gondelbahn, die auf den Whistler Mountain führt und von dort einen traumhaften Panoramablick über das Tal bietet. Whistler selbst hat längst einen internationalen Ruf als eines der besten Wintersportgebiete der Welt. Im Whistler Olympic Park im Callaghan Valley wurden bei den Olympischen Winterspielen 2010 Wettbewerbe im Biathlon, Skilanglauf, Skispringen und in der Nordischen Kombination ausgetragen.

Traumlandschaften rund um Prince George. Foto https://pixabay.com/photos/canada-lake-blue-mountains-nature-1768946/
Traumlandschaften rund um Prince George. Foto https://pixabay.com/photos/canada-lake-blue-mountains-nature-1768946/

Im Sommer zieht es vor allem Wanderer und Bergsteiger in die Region.
Die Berge rund um Prince George sind weniger berühmt, aber dafür auch weniger anstrengend für unerfahrenere Leute. Mit ihren rund 72.000 Einwohnern ist die Stadt überschaubar, hat aber dank ihrer Lage als Zentrum des Nordens British Columbias zugleich eine herausragende Stellung als kultureller Mittelpunkt. Auch außerhalb der Festivalmonate gibt es hier ein reiches Angebot an Theater und Musik, inklusive einem eigenen Symphonieorchester. Für eine Stadt jenseits der bekannten Touristenwege wartet das vor rund 200 Jahren von Pelzhändlern gegründete, nach dem Duke of Kent benannte Prince George mit reichlich Überraschungen auf.

Auf Entdeckungstour in Prince George
5 (100%) 1 vote[s]

image_pdfPDF
Alfred Pradel

Alfred Pradel

Alfred Pradel (apr), arbeitet seit vielen Jahren als Freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine und andere Publikationen. Seit vielen Jahren ist er Kanada eng und freundschaftlich durch viele persönliche Kontakte verbunden. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Ontario setzte er den ersten Interkulturellen Austausch von Sportlern um.
Alfred Pradel betrachtet auf Faszination Kanada den Tourismus, den Lifestyle im zweitgrößten Land der Erde, aber auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Werbung

Abonniere kostenlos unseren wöchentlichen Rückblick per Email!

Wir versenden immer Samstags eine Übersicht der neuen Artikel der vergangenen Woche.

Name *

Email *

Werbung

Folge uns

"Don't be shy, get in touch."
Wir lieben es, interessante Menschen kennenzulernen und neue Freunde zu gewinnen!