Faszination Kanada

Die beliebtesten Kartenspiele Kanadas

Kartenspiele sind in Kanada eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Foto Pxhere, CC0 Public Domain

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Das Kartenspielen ist eine populäre Aktivität in Kanada. An langen stürmischen Wintertagen verbringen zahlreiche Menschen ihre Freizeit an geselligen Spieltischen. Interessant ist, dass einige Spiele, die heute jenseits des Atlantiks kaum noch bekannt sind, ein fester Bestandteil der kanadischen Kultur sind. Typische Kartenspiele sind unter anderem Canadian Salad, Tarabish und English Euchre, die wir uns nun näher anschauen werden.

Canadian Salad

Canadian Salad ist ein Kartenspiel, bei dem Hände mit unterschiedlichen Zielen in einer festgelegten Reihenfolge gespielt werden. Wer Phase 10 kennt, in dem auch pro Hand neue Regeln verfolgt werden, wird das Grundprinzip von Canadian Salad ohne Probleme verstehen.

Normalerweise spielt man Canadian Salad mit vier Personen. Genutzt wird dafür ein Pokerdeck mit 52 Karten ohne Joker, wobei jeder Person jeweils dreizehn Karten gegeben werden. Bei einem Spiel mit mehr oder weniger Spielern werden einige Karten aus dem Stapel entfernt, damit sie gleichmäßig verteilt werden können.

Abhängig von der Ortschaft haben Menschen unterschiedliche Varianten entwickelt und weitere Ziele hinzugefügt, um den Spaß am Tisch zu verlängern. Doch das klassische Spiel besteht aus sechs aufeinanderfolgenden Händen. Diese sind folgendermaßen geregelt:

1. Hand: Keine Tricks – Jeder gewonnene Stich zählt 10 Punkte

2. Hand: Keine Herzen – Jedes genommene Herz zählt 10 Punkte

3. Hand: Keine Königinnen – Jede Dame zählt 25 Punkte

4. Hand: Kein Pik-König. Der Spieler, der mit einem Stich den Pik-König gewinnt, erhält 100 Punkte.

5. Hand. Kein Trick – Der Gewinner des letzten Stichs erhält 100 Punkte.

6. Hand: Keine der oben genannten Hände

Der Spieler links vom Geber führt eine beliebige Karte zum ersten Stich. Der Spieler mit der höchsten Karte der geführten Farbe des Spiels gewinnt den Stich. Am Ende einer Hand werden die Strafpunkte aufgezeichnet. Nachdem alle sechs Hände gespielt wurden, werden die Punkte summiert und die Person mit den meisten Punkten ist der Verlierer.

Foto Pxhere, CC0 Public Domain
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Tarabish

Tarabish ist ein nahöstliches Kartenspiel mit komplexen Regeln, welches der Bézique-Familie angehört und Ähnlichkeiten mit Spielen wie Jass, Pinochle oder Schnapsen vorweist. Eingeführt von einem libanesischen Einwanderer namens George Shebib, ist es heute hauptsächlich in der ostkanadischen Atlantikprovinz Nova Scotia bekannt.

Wer sich mit dem Spiel Blackjack auskennt, wird das Ziel des Spiels leichter verstehen. Das klassische Blackjack wird mit acht französischen Decks zu jeweils 52 Karten gespielt. Das Ziel ist, wie Betway es erklärt, nach der Reihe solange Karten vom Dealer zu verlangen bis man 21 Punkte erreicht und Sieger wird. Dabei hat jede Karte einen unterschiedlichen Wert, was auch in Tarabish der Fall ist. Beim Tarabish versucht jede Person die Punktzahl 500 zu erreichen, um zu gewinnen. Folglich bestimmen bei beiden Spielen nicht die Kartenkombinationen, sondern die Wertung der Karten über den Sieg.

Ein typischer Spielverlauf im Tarabish sieht folgendermaßen aus: Der Dealer gibt jeder Person neun Karten. Die Spieler dürfen die ersten sechs Karten aufdecken. Der Rest kann erst nach der Bestimmung der Trumpffarbe angesehen werden. Der Trumpf wird in den meisten Fällen vom Spieler links vom Dealer bestimmt. Nun kann die erste Runde beginnen. Die Spieler müssen beim Ablegen – falls vorhanden – der Farbe der ersten Karte folgen. Spielt eine Person eine Karte aus der Trumpffarbe, sollte der nächste Spieler eine höher gewertete Karte der gleichen Farbe ablegen. Nachdem jeder eine Karte gespielt hat, gewinnt der Besitzer der höchsten Karte die Runde. Danach werden die gesammelten Punkte aufgeschrieben und weitergespielt bis die 500 Punkte erreicht werden.

English Euchre

Euchre ist ein beliebtes englisch-amerikanisches Kartenspiel, das meistens mit vier Personen in festen Partnerschaften gespielt wird. Gegenwärtig in Deutschland weniger bekannt, wurde es von deutschen Einwanderern in den amerikanischen Kontinent eingeführt. Der Bube sowie einige Regeln ähnlich dem Skatspiel zeugen bis heute von der deutschen Vergangenheit.

Grundsätzlich gibt es zwei Versionen des Spiels: das Euchre und das English Euchre. Letzteres wird mit einem zusätzlichen Joker gespielt, der auch oftmals Benny genannt wird. Die Variante mit dem Joker ist nur in wenigen Gebieten der Welt beliebt. Unter ihnen befindet sich auch die kanadische Provinz Ontario.

Traditionell spielt man das Spiel mit 25 Karten. Aus einem Deck aus 52 Karten entfernt man hierfür die Werte Zwei bis Acht und fügt ein Joker hinzu. Jede Person erhält fünf Karten. Die übrigen Karten werden als Talon verdeckt beiseitegelegt, wobei die oberste Karte aufgedeckt werden muss, um die Trumpffarbe zu bestimmen. Anhand der Karten in der Hand entscheiden die Spieler bevor die Runde beginnt, ob sie passen oder das Spiel aufnehmen. Pro Hand gibt es fünf Stiche. Folglich gewinnt das Team die Hand, die drei Stiche für sich entscheiden kann. Um das Spiel spannender zu gestalten, gibt es die Möglichkeit ein Solospiel pro Hand zu starten. In diesem Fall legt die Person seine Karten verdeckt auf den Tisch, so dass der Dealer die Trumpfkarte mit einer der verdeckten Karten umtauschen kann. Extrapunkte gibt es beim Solospiel nur, wenn die Person alle Runden gewinnt.

Canadian Salad, Tarabish und English Euchre sind drei interessante Kartenspiele, die kaum woanders als in Kanada zu finden sind. Obwohl bereits die ersten Siedler Kanadas in Quebec mit Sicherheit zahlreiche europäische Kartenspiele eingeführt haben, wurden es im Verlauf der Zeit weiterentwickelt und der Region typisch kultiviert, so dass heute die traditionelle Spielekultur Kanadas sich von der jenseits des Atlantiks deutlich unterscheidet. Doch die Spielregeln sind nach wenigen Probierrunden für jedermann verständlich. Wer also Freude am Kartenspiel hat, sollte sich nicht scheuen, etwas Neues zu probieren.

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Alfred Pradel

Alfred Pradel

Alfred Pradel (apr), arbeitet seit vielen Jahren als Freier Journalist für Tageszeitungen, Magazine und andere Publikationen. Seit vielen Jahren ist er Kanada eng und freundschaftlich durch viele persönliche Kontakte verbunden. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Ontario setzte er den ersten Interkulturellen Austausch von Sportlern um.
Alfred Pradel betrachtet auf Faszination Kanada den Tourismus, den Lifestyle im zweitgrößten Land der Erde, aber auch wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Themen.

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